Blowup
Wir waren zuerst im bla, eine Kneipe auf dem Weg von RedImp zum Atlantis, auf halbem Weg etwa. Da saßen wir draußen, haben ein Bierchen getrunken. Wir, das waren RedImp und ein paar Biologen. Wir wollten dann aufbrechen, um tanzen zu gehen. Das Problem war, daß Dienstag alle Discos in Bonn zu haben. Vom Carpe mal abgesehen und da sind so 40jährige Snobs, die kleine Teenies mit heimschleppen. Ziemlich widerlicher Laden also.
Wir wollten es mal versuchen und haben auf dem Weg zum Carpe noch weitere 10 Biologen aufgegabelt. Wollten alle die Klausur feiern. Wir haben uns im Carpe angestellt, hat 3 Euro Eintritt gekostet. Kurz bevor wir dran waren, habe ich glücklicherweise noch ein Plakat gesehen: Dienstag: Hard Bounce – Hiphop, R&B, Funk
Bin rückwärts aus dem Schuppen wieder rausgefallen, RedImp hinterher. Waren schließlich auch alle dagegen, für so einen Scheiß und blöde Leute auch noch 3 Euro zu latzen.
Vor dem Carpe trafen wir einen Typen, der erzählte, er hätte vorhin im bla einen total krassen Typen gesehen, der mit roter Bluse da so vor sich rumgesessen hätte. Wir hatten den nicht gesehen, uns war’s also egal. Wir entschlossen uns für eine andere Kneipe, das BlowUp. Das war wohl mal ein Puff und die hatten draußen noch ihr Schild hängen, daß man erst ab 21 reindarf. [war damals noch 20] Das hat uns wenig beeindruckt und wir traten ein. RedImp ging voran und es dauerte nicht lang, bis er sich umdrehte und meinte “Ratet mal, wer hier ist…” – Der Typ mit der Bluse.
Wir setzten uns in die hintere Ecke, wo einige Sofas stehen. Er saß uns direkt gegenüber. Wir bestellten, dann ging die Show los.
Der Mann hatte eine knallrote Bluse an, eine Frauenbluse mit Puffärmelchen, und eine knielange Jeans. Die Bluse war halb aufgeknöpft. Er war etwa 60, grob geschätzt. Er hat an einem Milchshake gesüffelt, sah nach etwas alkoholischem aus.
Erst hat er immer ganz unbeteiligt eine Schnute gezogen, nach oben geschaut ? a la **pfeif** jojo, alles normal, nix ist los…**pfeif**
Er fing an sich am Ausschnitt rumzufummeln, stark behaarte Brust, hat immer seine Bluse zurecht gezupft. Hat dann immer so Blicke in die Runde geworfen a la töff, mein Dekollete, schaut mir ja nichts ab!
Das war irgendwie schon ziemlich krass, wären wir nicht so viele gewesen, hätt ich im Nachhinein gedacht, ich hab geträumt. Ihr seht ihn auch, ja? **Ihr seht ihn doch auch, oder??**
Er war Realität.
Der Mann begann, sich an die Seiten zu fassen, kurz vor den Achselhöhlen, wo normalerweise die Bh-Körbchen gerade aufhören. Mit Daumen und Zeigefinger faßte er an die Seiten und schob seine “Brüste” zusammen. Der Typ hatte doch tatsächlich einen ausgestopften Bh drunter. Er hat die dann immer so zusammengeschoben wie Ha! Schaut mal, meine süßen Tittchen, muß ich erst mal in Form bringen… Er hat unsere Blicke sichtlich genossen, immer die Lippen geschürzt, als wolle er sagen: Hach, glaub’s nur, ich bin eine heiße Mieze oder Meine Brüste sind aber schöner als deine…
Die Bedienung hat den ganz normal weiter bedient, war normal freundlich; also ohne ihn blöd anzumachen.
Er begann, den Ausschnitt ein wenig freizulegen und dann wieder pikiert so zu zupfen mit diesem Gesichtsausdruck IHR schaut mir nix ab. Nä. Der Typ war zweifellos stolz auf sich und ein Narzißt. Es ging weiter: Er hat die Bluse vollständig aufgeknöpft und uns ganz kurz seinen süßen, weißen Spitzen-Bh gezeigt, hat sie dann schnell wieder geschlossen, sich unschuldig den Kopf gekratzt und ganz unbeteiligt getan. Freakshow für kostenlos.
Der Typ wurde immer mutiger, hat die Bluse aufgemacht, sich geräkelt, seinen behaarten Bauch rausgestreckt und sich **frei** gefühlt.
Erst mußten wir uns verkneifen, nicht allzu offensichtlich zu scherzen und lachen, aber nach einer Weile hatten wir uns schon fast dran gewöhnt und ihn machen lassen. Wenn’s ihm Spaß macht – mich soll’s nicht stören.
Ich hab mir dann ein Spielchen draus gemacht, ihm in die Augen zu schauen und zu testen, wie lang er meinem Blick standhält. Er hat immer kurz geschaut und dann mit einem Tja, Schneckchen, dann zeig ich dir mal was-Blick weitergemacht.
Irgendwann saß er dann ständig mit offener Bluse da, hat uns seine Brust und den Bauch entgegengestreckt, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und sich auf dem Sofa geräkelt.
Da dachten wir schon, schlimmer geht’s nimmer.
Weit gefehlt.
Er fing an, an seiner Hose – bzw. den Hosenbeinen am Knie – rumzuspielen. Wir scherzten, ob er vielleicht noch seine Hose ausziehen würde. Ein Bekannter aus dem Kreis der Biologen, Jan, wurde mit einer SMS herbeigerufen: “Komm schnell!”
Jan ist losgedüst, kam an. Er stellte sich zu uns, schaute blöd und meinte: **Ich glaub, ich brauch ein Bier.**
Das war ein Wort. Er holte sich eins und gemeinsam grübelten wir, was der Mann wohl drunter anhat.
Der Typ spielte etwas weiter an seiner Hose und ich achtete nicht weiter auf ihn. Bis RedImp meinte: “…und soviel zum Thema, was er drunter hat…”
Da hatte er doch tatsächlich seine Hose hochgekrempelt und saß in weißer Strapse mit weißen Feinstrumpfhosen da.
Mein lieber Scholli, mir sind fast die Augen rausgefallen. Wenigstens die Beine hätte er sich rasieren können…
Die Jungens haben sich einen Spaß draus gemacht und etwas rumgetöfft etc.
Der Typ fing an seine Hose aufzuknöpfen und einen weißen Slip zu zeigen, sah aus wie Seide. Er hat den zuerst immer nur kurz vorlugen lassen, dann mal kurz die Hose runtergezogen. Er saß dann so da: geöffnete Bluse, weißer Spitzen-Bh, Seidenslip mit Strapse und süßen, glänzenden Strumpfhosen und hat an seinem Strohhalm genuckelt.
Dann hat er die Hose schnell wieder hoch gezogen und so getan, als wär nichts gewesen.
Irgendwann stand er auf und ging. Er ist wohl auf’s Klo gegangen und kam direkt ohne Hose wieder – bzw.: er hatte die Hose in der Hand. Hatte nur bestrapste Beine und kuschelte sich wieder in seine Couch.
Dann kam etwas, wo meine Schmerzgrenze echt erreicht war. Er fing an, an sich rumzuspielen, hat uns seine Eier gezeigt und über seinem Slip gefummelt.
Wir wollten dann auch nicht wirklich länger bleiben. Wir sind aufgestanden, da kam direkt so eine Uschi an, die einen Platz suchte und den anpratzte: Du gehst besser mal mit denen mit!
Ja, hallo? Das ist nicht unserer!
Der hat stur den Kopf geschüttelt und mit geschürzten Lippen gemeint: Nönö, nö! Die Uschi fing dann direkt an loszuposaunen Das ist doch krank! *gacker* *wichtigtu*
So eine dumme Schnalle, soll die den doch lassen. Tut doch keinem was…Solange der nicht rumpöbelt oder richtig persönlich anzüglich ist, ist mir das doch Wurscht.
Fazit: An dem Abend haben wir sehr viel über einen alten Mann, uns selbst und eine doofe Uschi gelernt.

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