Haustier
Sie sind mal wieder in Topform. Meine Kleintierterroristen, ich liebe sie. Ich habe einen ganzen Zoo, früher Schwuchtelzoo, aber seit hier 4 Mäusedamen eingezogen sind, kommen noch etwas Uschihormone ins Haus. Das ist gut.
Die Viechis starteten mit Timmy (*gröl* Timmmääääääh) und Tommy, den beiden Wellensittichen. Sie können ziemlich laut werden, vor allem wenn das Radio, der Fernseher, Musik oder ein Film läuft. Ganz toll, da haben die auch was zu sagen. Sie sind manchmal etwas dämlich, Tommy allen voran. Unser Prof meinte in einer Vorlesung Biologie der Vögel mal, dass Vögel nie abstürzen.
Da hab ich anderes gesehen. Einmal ist Tommy mitten im Flug in den Drucker gefallen, weil er auf einmal vor einer Wand war (“Die stand einfach so da! Ich sah sie nicht kommen…plötzlich…wie aus dem Nichts”) und vor Schreck abgestürzt ist. Ein anderes Mal ist er in die Küche ausgebüxt und hat die Aufregung genutzt, zuerst unseren singenden Weihnachtsbaum zu rasieren und dann in die Fritteuse zu fallen. Zum Glück war die grade nicht an. Er versucht sich auch immer auf Zimmerpflanzen zu setzen, die bei jedem Kolibri durchbrechen würden und sich selbst bei größeren Insekten schon gefährlich durchbiegen. Dem fehlt ein wenig Vogelverstand. Timmy fehlt der nicht, er kann fliegen.
Weiter geht’s mit den Meerschweinchen Othello und Fuchur. Fuchur ist braun und weiß und glatt und mehr als huschig. Der wird beizeiten vor Aufregung an einem Herzschlag sterben, von Habituation hat der noch nix gehört. Ich hab den in den zwei Jahren, die ich ihn habe, nicht richtig zahm bekommen. Will was heißen. Der andere Fellarsch ist schwarz und weiß und so wuschig, daß man nur mit Mühe erkennen kann, wo hinten und wo vorne ist. Mein Mitbewohner fragte sogar mal, warum das dunkle Meerschweinchen immer rueckwärts laufe, ob mit dem alles ok wär. Er hat einen sehr typischen teilnahmslosen Blick und würde auch dann nicht mit der Wimper zucken, wenn man ihn am Hinterbein hochheben und in den Kochtopf werfen würde (Hab’s ausprobiert *g*).
Die beiden sind mehr als laut. Sie sind auf den Kühlschrank und raschelnde Tüten konditioniert. Wenn sie etwas Hunger haben, reagieren sie auf jedes Geräusch, jede Bewegung und jeden Luftzug. Dann erfolgt empörtes Quiecken, wie man denn zulassen könne, dass der Schweinebauch nicht mehr zu 100% gefüllt wär. Wenn ich ihnen sage, daß die kleinen Meerschweinchen hungernder, afrikanischer Aids-Kinder bestimmt mehr Hunger haben als sie, sind sie noch empörter. Klar, stört mich bei den Kindern ja auch nicht.
Und schon wieder: Ich räusper mich – die Schweine pfeifen. Laut. LAUT.
Sie sind übrigens auch schwul und jagen sich bevorzugt 4Uhr morgens nachts durch den Käfig, natürlich laut erregt dabei quieckend und knuckernd und hüpfend, und knobeln dabei aus, wer als nächstes auf wen drauf darf. Meistens gewinnt Fuchur. Da er das weiß, hat er Othello das meiste Fell am Popo auf Popp-Länge abgefressen, daß es schneller, besser, erfolgreicher über die Bühne gebracht werden kann.
Gänzlich unbeeindruckt davon sind die 5 Mäuse. Speedy, Norbert, Lilly, Paula und Lola. Die sind nicht so spektakulär, außer sie brechen mal wieder aus. Dann darf ich sie 2 Tage lang im Zimmer suchen und letztlich aus meiner Wäsche klauben, weil’s da so schön weich und warm ist. Kuschlig, fürwahr. Ich hör die Uschis schon kreischen. Mädels, es gibt auch ne Waschmaschine.
Norbert mag ich von den Mäusen sehr, obwohl er am meisten stinkt. Wär ich nicht gewesen, wär er tot. Das lustigste an Norbert ist, daß seine Eier größer sind als sein Gehirn. Das finde ich phantastisch. Sieht man sehr deutlich, wie die Natur das männliche Geschlecht angelegt hat. Speedy ist etwas blutrünstig und beißt Artgenossen so lange, bis das Fell rot statt weiß ist. Die anderen 3 Weibchen sind ein bißchen uschi, aber auf ganz putzige Weise. Sie sind die besten Freundinnen und ständig am Kuscheln. Lola hat kaum Besonderheiten, außer daß sie eben keine Besonderheit hat. Lilly ist ne ganz Liebe, manchmal etwas zickig. Aber wir haben denselben Lieblingsjoghurt: Heidelbeer. Paula ist die einzige braune der 5 Mäuse und findet in Käfigen als erste das Loch, aus dem man rauskommt. Wenn man ihr zu nah kommt, fängt sie an zu piepen, egal ob man ihr was tut oder ihr Futter gibt. Sie ist ein echter Piepsschwanz. Ich sollte mal versuchen, Musik auf ihr zu machen.

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