Der Ökologen Arbeit oder: motiviert statt reich
In diesem Frühjahr führe ich eine Studie zur Brutbiologie des Baumpiepers in der Wahner Heide durch. Ich hab drei motivierte Praktikantinnen und einen motivierten Professor, der ihnen Scheine für die Arbeit bei mir ausstellen wird. Das ist ein guter Deal, denn die Mädels erledigen ein Teil meiner Arbeit, müssen auf mich hören und bekommen dafür 1/7 ihres Hauptstudiums – quasi geschenkt.
Für die Untersuchungen im Feld braucht man allerhand Ausrüstung, denn es reicht nicht, den Baumpieper regelmäßig anzuschauen, sondern ich will auch wissen, wo seine Nester sind, wie die Struktur des Habitats aussieht und wie das alles miteinander zusammenhängt. Die Methoden dafür werden von Ökologen in Methodenhandbücher geschrieben, was meist einigermaßen putzig ist, weil hoch idealisiert. Man liest in diesen Büchern von 30m langen Spannschnüren und findet Abbildungen von 16m hohen Meßlatten, die neben Bäumen stehen. Wer ein paar mal in einem Wald oder Heidegebiet spazieren war, kann sich etwa vorstellen, dass die Schnur nicht zu spannen ist, weil im Zickzack-Kurs Bäume vor einem auftauchen. Und wie man eine 16m Latte, die stabil genug ist, dass sie gerade stehen bleibt, transportiert und (!) in einem Wald (!) aufstellt, hat sich mir noch nicht erschlossen.
