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	<title>Mekkaekke &#187; Musik</title>
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	<description>Willkommen zur ultimativen Mekka Ekke!</description>
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		<title>Amphi-Festival 2008 &#8211; der Sonntag</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 16:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch leicht derangiert schälte ich mich am Sonntag aus dem Bett, ich spürte meine Beine wieder und konnte mich zu einer mittel-intensiven Styling-Session aufraffen. Während ich ein paar Tomatensoßennudeln in mich stopfte, die bis Mitternacht satt machen sollten, war meine bessere Hälfte damit beschäftigt, unseren Regenschirm zu besprechen, dass er sich schließen lässt. Zwischen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2008/08/amphi-festival-2008-der-sonntag/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Noch leicht derangiert schälte ich mich am Sonntag aus dem Bett, ich spürte meine Beine wieder und konnte mich zu einer mittel-intensiven Styling-Session aufraffen. Während ich ein paar Tomatensoßennudeln in mich stopfte, die bis Mitternacht satt machen sollten, war meine bessere Hälfte damit beschäftigt, unseren Regenschirm zu besprechen, dass er sich schließen lässt. Zwischen die Speichen hatte er Würstchen gesteckt und nun zeigte der dumme Schirm sich wehrhaft. Jaja, die Festivalpreise lassen einen mental wieder 16 werden und Essen aufs Gelände schmuggeln.</p>
<p><span id="more-58"></span></p>
<p>Wir machten uns früh auf den Weg, um die erste Band der Mainstage, die <em>Mediaeval Baebes</em> anzuschauen. Als wir die Security passierten, ertönten schon die ersten Klänge, aber wir mussten uns mühsam an einer Horde Leute vorbeidrängen, die sich am Autogrammzelt angestellt hatten. Auf die Frage, wer denn so wichtig sei, erhielten wir die ehrfürchtig geflüsterte Antwort: <em>Unheilig</em>. Weder die Ehrfurcht noch die Autogrammstunde konnte ich verstehen. Schließlich spielte <em>der Graf</em> (blaues Blut, verstehste?!) dieses Jahr gar nicht auf dem Amphi, worüber ich alles andere als böse war. Offensichtlich hat Unheilig, eigentlich verdient diese Band es nicht mal kursiv geschrieben zu werden (und auch nicht, Band genannt zu werden), einen guten Draht zum Veranstalter. Aber dazu später mehr.</p>
<p>Ich ging zur Bühne, besonders viel war zu dieser Tageszeit noch nicht los. Mein erster Eindruck war, dass da ein paar bessere Chormädchen auf der Bühne standen. Nach einer anfänglichen Skepsis, konnten mich die sechs Frauen sehr schnell verhexen und in ihren Bann ziehen. Sie waren alle in dunkelgrüne Kleider gekleidet, mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel, sahen alle unverschämt gut aus, wussten das auch und spielten spürbar damit. Die Mediaeval Baebes, einen passenderen Namen kann man sich für das englische Ensemble nicht vorstellen, sangen mehrstimmige Lieder a capella, begleitet von dumpfen, rhythmischen Trommeln. Ab und zu namen sie eine Violine oder Flöten zur Hand, wobei sie von Piccolo bis Knickbass alles dabei hatten. Bei den verspielten Tänzchen, die sie zwischendurch barfuß einlegten, bewegten sie sich hart an der Grenze der Schwülstigkeit, aber letztlich konnte man ihnen noch abnehmen, dass sie das alles taten, weil es ihnen wirklich Spaß machte. Dazu passt auch, dass die Band sich gründete, nachdem sie auf einem Hexentanzplatz gemeinsam gesungen und getanzt hatten, bis es so stark gewitterte, dass sie aufhören mussten. Kurz vor Ende des Konzertes wurde das Wort ans Publikum gerichtet und mit einem sehr charmanten Deutsch-Englisch-Mix erneut um den Finger gewickelt. Das deutsche Wort, das die Mädels kannten, hieß &#8220;wunderbar&#8221; und sie bauten es überall ein, wo sie nur konnten. Sie luden zur Autogrammstunde ein „if you enjoyed our wunderbar concert“ und priesen ihre „wunderbar music at the merchandise tend“ an. Artig bedankten sie sich zu Ende des Konzerts und gingen lächelnd von der Bühne. Ich ging lächelnd in die andere Richtung, froh darüber, den Hinweis bekommen zu haben, dass die <em>Mediaeval Baebes</em><span style="font-style: normal;"> interessant seien.</span><br />
<span style="font-style: normal;">Bis zum Auftritt der nächsten für mich interessanten Band hatte ich noch etwas Zeit, die ich nutzte, mir die Stände auf dem Gelände genauer anzuschauen. Xtra-X hatte sich wieder auf der großen Insel im Zentrum des Areals breit gemacht und bot seine Mainstream-Gothic-Klamotten und -Attitüde der Masse feil. Wie nicht anders zu erwarten, gab es wieder Kleidchen, Korsetts und Tüllröckchen wahlweise in kariert, gepunktet, schwarz uni oder im Military-Style. Wie immer auch in den abnormen Größen bis 4XL. Es wurde ja die Vermutung geäußert, Xtra-X hätte so viele X im Namen, weil sie auch die Kunden mit vielen X bedienen können, aber wer will schon lästern. Neben Xtra-X waren auch größere Läden wie Abaddon, Art of Dark sowie ein Stand ausschließlich für Socken und Stulpen zugegen. Neben anderen kleineren Klamottenständen gab es noch Cyberloxx – die Haarpracht für den Plastik-Grufti- und etwas einfallsreichere Mode bei damned Clothing.</span></p>
<p><span style="font-style: normal;">Ebenso wie die Stände mit den angebotenen Waren sahen auf die Besucher aus. In der Gothic-Szene fallen auf Festivals und auch kleineren Veranstaltungen immer Subströme auf, die die Zugehörigen quasi auf der Haut tragen. Von eben genannten schrillbunten Plastik-Gruftis (die am Vortag von den Besuchern der </span><em>Loveparade</em><span style="font-style: normal;"> nur schwer zu unterscheiden gewesen wären und von einigen liebevoll „Mutanten“ genannt werden), den Samt- und Spitzen-Gruftis mit aufwendigen Kostümen und Reifröcken mit dem Ausmaß eines Kleinwagens, über Rockabillys bis hin zu uniformierten Militärbubis, die neben Punks und Batcavern doch ein recht lustiges Bild abgeben. Da es mittlerweile fast jeder trägt, hat sich hoffentlich auch bald dieser unsinnige Trend der Schweißerbrillen (mit Gefahrenstoffzeichendrauf, in LILA!!!) und Atemmasken (ich weiß, ich kann Patchouli auch nicht mehr riechen) erledigt. Möchte man den Begriff </span><span style="font-style: normal;"><strong>Fashion Victim</strong></span><span style="font-style: normal;"><span> nachschlagen, findet man dort im Idealfall ein Bild von einem Gothic-Festival, aber ach! wir sind ja alle so individuell und diessseits des Mainstreams! Den Vogel schoss ein besonders subversives Element ab, das ich am Bahnhof sah: Beine und Füße waren Rockabilly mit Pettycoat und Pumps, in der Mitte ein Spitzen-Korsett und auf dem Kopf, tatsächlich!, Cyberloxx und Schweißerbrille. Ich hab mich bis heute nicht entschieden, ob dieses Mädchen nur provozieren wollte oder einfach den Schuss nicht gehört hat.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>So langsam machten wir uns auf den Weg zur Theater Stage, denn wir wollten </span></span><em><span>Spectra*Paris </span></em><span style="font-style: normal;"><span>nicht verpassen. Erzählungen von Freunden hatten mich neugierig auf das Nebenprojekt von </span></span><em><span>Elena Alice Fossi</span></em><span style="font-style: normal;"><span>, Nummer zwei in dem Projekt </span></span><em><span>Kirlian Camera</span></em><span style="font-style: normal;"><span>, gemacht. Als sie mit ihrer Gitarristin, der Co-Sängerin und einer weiteren Frau am Keyboard die Bühne betrat, wurde sie mit lautem Jubel begrüßt. Ihr Outfit, ein hautenger, schwarzer Lackanzug, ließ vermuten, dass da gerade sehr viele Männer gejohlt hatten. Die anderen Frauen sahen aus, als hätten sie gerade eine Zeitreise von den frühen 80ern in unsere Zeit hinter sich. Die Frau am Keyboard hatte einen Anzug an, der ihr mit seinen Schulterpolstern eine nahezu perfekte rechteckige Form gab. Die Gitarristin trug ebenfalls einen schlichten, schwarzen Anzug, hatte aber eine Frisur wie Nena in den frühen 80ern, bloß blondiert. Ich wahr ehrlich verblüfft, dass es Leute gibt, die noch so rumlaufen, aber es kommt ja auch auf die inneren Werte an (ich hatte gerade keine bessere Phrase zum Dreschen zur Hand). Die Musik wurde begleitet von einem schnell geschnittenem Film, der im Hintergrund lief. Dieser zeigte eine wilde Mixtur von japanischen Comics, über Clockwork Orange bis hin zu Bildern von Politikern und Kriegsszenen. Dazu erklangen knallige Beats und harte Gitarrenriffs, begleitet von der samtigen Stimme </span></span><em><span>Elenas</span></em><span style="font-style: normal;"><span>. Die Musik war nicht nur melodiös und sehr gut tanzbar, die Band schaffte es auch, eine ganz eigene Atmosphäre zu schaffen und die Stimmung stilvollen, schnellen metropolen Nachtlebens heraufzubeschwören – und das um zwei Uhr nachmittags. Es war einer dieser Auftritte, wo man vorher überhaupt nicht weiß, was auf einen zukommt, ihn dann absolut genießt und nicht genau sagen kann, was eigentlich so gut war. Es hat einfach alles sehr gut zusammengepasst und ich bin gespannt, was von dem Projekt noch zu hören sein wird. Einige Minuten vor Ende des Konzerts gingen wir zur Mainstage, um nicht allzuviel von </span></span><em><span>Letzte Instanz </span></em><span style="font-style: normal;"><span>zu verpassen.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Das letzte mal hatte ich die </span></span><em><span>Letzte Instanz</span></em><span style="font-style: normal;"><span> vor Jahren auf dem WGT gesehen, hatte mir begeistert die eine oder andere CD gekauft, sie aber nach der „Umstrukturierung“ im Jahr 2004, als Sänger, Gitarrist und Bassist die Band verließen, aus den Augen verloren, weil ich nicht damit rechnete, dass die Band sich von diesem Verlust erholen konnte. Aber die Jungs, die da gerade Barfuß die Mainstage enterten, waren alles andere als ein trauriges Überbleibsel einer alten Instanz (ich weiß, mit der Erkenntnis bin ich sehr spät, Asche auf mein Haupt). Als sie anfingen zu spielen, war mein erster Gedanke: Auf die </span></span><em><span>Letzte Instanz</span></em><span style="font-style: normal;"><span> ist Verlass. Mit wieviel Energie sie loslegten und das Publikum, das für diese Tageszeit eine ziemliche Masse war, mitrissen, war schier unglaublich. Ich weiß nicht, was die beiden Streicher nehmen, aber ich will es auch. Der Violinist kam mir ein wenig vor wie Popeye, vermutlich hatte er gerade zwei Riesenportionen Spinat gefrühstückt und tobte jetzt hüpfend und gleichzeitig spielend(!) über die Bühne. Er hielt das sogar das gesamte Konzert lang durch, genau wie der Cellist, der seine roten Dreads schwang wie ein, naja. Die beiden Hollys hatten das Publikum total im Griff. Sollten sie die Arme hochnehmen und schwenken oder klatschen oder was auch immer ihnen einfiel, die Leute taten es – und zwar nicht nur die ersten paar Reihen, sondern alle. Im Gegensatz zu mir kannte das Publikum fast alle Lieder und sang laut mit. Konzerte der </span></span><em><span>Letzten Instanz</span></em><span style="font-style: normal;"><span> sind, meiner bescheidenen Meinung nach, mit einer startenden Rakete zu vergleichen, es ist eine der besten Live-Bands, die wir in Deutschland haben.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Als nächstes wollte ich wieder ins Theater zu </span></span><em><span>Cinema Strange</span></em><span style="font-style: normal;"><span>, auf die ich neugierig war, weil sie alle um mich herum sehr lustig fanden. Die drei Gestalten, die die Bühne betraten, sahen auch aus wie echte Abenteurer der Zeit. Der Gitarrist hatte eine Melone auf und einen schwarzen Rauschebart, äußerlich war er einem Rabbi zum Verwechseln ähnlich. Der Sänger hatte seine Hosen mit Hosenträgern etwas zu hoch gezogen, darunter lugten dünne Beine hervor. Nebst Rüschenhemd hatte er seine Haare zu einem Dutt gebunden und eine dunkle John Lennon Brille auf der Nase. Der Bassist sah aus, als wäre er gerade aufgestanden und „nur rein zufällig in der Gegend“. In seinen silbernen Schnürhosen und dem geschnürtem Phantasieoberteil hatte er das aufwendigste Kostüm. Wenn man etwas charakteristisches über </span></span><em><span>Cinema Strange</span></em><span style="font-style: normal;"><span> sagen kann, dann ist das wohl, dass sie in keine Schublade passen, sie sind einfach anders. Ich könnte nicht mal die Musik beschreiben. Das ist irgendwas zwischen Gothic, Rock, Punk, irgendwo in einer Phantasiewelt, zu der ich keinen richtigen Zugang habe. Ich hatte leider keinen guten Blick auf die Bühne, außer auf den Bassisten, der zweifelsfrei komisch war, und konnte so nicht erkennen, ob sie eine ihrer vielbeschworenen, abgedrehten Bühnenshows abzogen. Auch wenn ich es anfangs sehr unterhaltsam fand, war ich doch relativ schnell gelangweilt, weil mir das, was ich sah, doch relativ unspektakulär vorkam und der schrille Gesang und die Musik mir für das erste Hören zu anstrengend waren. Da aber alle um mich herum wieder wahnsinnig begeistert waren und es ganz, ganz komisch fanden, lag es vielleicht auch an mir.</span></span><br />
<span style="font-style: normal;"><span>Nach dem Konzert gingen wir wieder nach draußen und es war so kalt, windig und wolkig geworden, dass ich mir ein paar Stulpen kaufte, um nicht als Eisbein zu enden. Wir vertrödelten ein bißchen Zeit, bis </span></span><em><span>L&#8217;Ame Imortelle</span></em><span style="font-style: normal;"><span> auf der Hauptbühne anfingen zu spielen. Zumindest den Anfang des Konzerts wollten wir uns anschauen. Sie starteten mit dem Song </span></span><em><span>Bitterkeit</span></em><span style="font-style: normal;"><span>, dessen Cover </span></span><em><span>Überall nur Dixieklos </span></em><span style="font-style: normal;"><span> ungleich besser ist als das Original. Ich mag L&#8217;Ame Immortelle. Diese Grundschul-Poesie und das plumpe Abnudeln des Mann-Weib-Schemas haben schon einen unglaublich hohen Unterhaltungswert. Am besten wird die Show immer, wenn Kubikelfchen Sonja Kraushofer ihren Ich-bin-ein-Doppeldecker-Tanz beginnt.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Trotzdem ließen wir die Hauptbühne hinter uns, um im Theater ein wenig </span></span><em><span>Soko Friedhof</span></em><span style="font-style: normal;"><span> zu schauen. Nicht dass ich die sonderlich toll finde, ich war bloß neugierig. Es war relativ voll, so dass wir weit hinten standen und ich kaum etwas sah, außer den beiden Tänzerinnen, die die Musik etwas aufhübschen sollten. </span></span><em><span>David Line</span></em><span style="font-style: normal;"><span> teilte uns lautstark mit, er wolle ein Müllmann sein, hatte sein Blutrünstiges Mädchen mit dabei, in deren Mund wir alle kamen. Ahja. Es war zwar ganz lustig, aber als dann der Klingelton Satans rausgeholt wurde, hatte ich doch langsam genug von der satirischen Belanglosigkeit der Sonderkomission und verließ das Theater.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Auf der Mainstage hatte </span></span><em><span>Suicide Commando</span></em><span style="font-style: normal;"><span> schon eine krachige Vorstellung begonnen. Auch von weitem war erkennbar, dass </span></span><em><span>Johan van Roy </span></em><span style="font-style: normal;"><span>so langsam in die Jahre gekommen ist, trotzdem flitzte er wie ein Jungspund über die Bühne und verstand es sehr gut, das Publikum anzuheizen. Kräftige Schauer, die das Konzert begleiteten, schmälerten die Stimmung keinesfalls. Mitgerissen von aggressiven Beats und dem Einsatz des Sängers gelang es schließlich einem Fan, auf die Bühne zu klettern, wo er erst mal in Siegerpose mit hochgerissenen Armen verharrte. Sein kompletter Rücken war mit einem </span></span><em><span>Suicide Commando</span></em><span style="font-style: normal;"><span>-Tattoo geschmückt und er zeigte es stolz dem Publikum, bevor er im Freudentaumel sein Idol </span></span><em><span>Johan van Roy</span></em><span style="font-style: normal;"><span> umarmte. Er hatte wohl den Moment seines Lebens, bis die etwas lahme Security den Flitzer bemerkte und von der Bühne komplimentierte. Mit dem Knaller </span></span><em><span>Hellraiser</span></em><span style="font-style: normal;"><span> wurde dem Auftritt die Krone aufgesetzt und das Publikum verabschiedet.</span></span><br />
<span style="font-style: normal;"><span>In der Umbaupause fiel mir dann erneut etwas auf, was mich schon am Vortag gestört hatte. Sobald eine Band aufgehört hatte zu spielen, tönte die Dauerschleife eines Promobandes der Gruppe Unheilig aus den Lautsprechern.  Für das Promoband hatte er seine besonders tiefe Verführerstimme ausgepackt und nach Liedansagen wurden dann sowas wie Lieder angespielt. Unglaublich, man kann Unheilig nicht mal entkommen, wenn sie gar nicht auf der Veranstaltung spielen, zu der man geht.  Aber ich weiß schon, lieber Herr Graf, das erledigt Dein Manager für Dich, nicht wahr? Der ist – so rein zufällig – Veranstalter des Amphi-Festival und deswegen bist Du mit Deiner seltsamen Gruppe und Deiner Musik für Zurückgebliebene auch für das nächste Amphi-Festival schon bestätigt. Ein guter Wurf, wirklich!</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Als nächstes betrat </span></span><em><span>Project Pitchfork</span></em><span style="font-style: normal;"><span> die Bühne, deren </span></span><em><span>Peter Spilles</span></em><span style="font-style: normal;"><span> sich das Gesicht klassisch mit einer blauen Diagonalen angemalt hatte. Irgendwo im Publikum sah ich auch ein absolut unschwarzes Pärchen, im Partnerlook, die offenbar nur für das Pitchfork-Konzert gekommen waren. Sie trugen nicht nur dieselben Sandalen und Shorts, sondern hatten sich ebenso wie der Sänger angemalt und gingen, den Arm um den anderen geschlungen, mit einem seligen Lächeln über das Gelände. Vor allem bei den ersten Songs ging </span></span><em><span>Spilles</span></em><span style="font-style: normal;"><span> total aus sich heraus und auf das Publikum zu, wurde dann etwas ruhiger, was irgendwie anheizender auf die Zuschauer wirkte. Auch der Keyboarder </span></span><em><span>Dirk Scheuber </span></em><span style="font-style: normal;"><span>sorgte ordentlich für Stimmung. Zu </span></span><em><span>Earth Song </span></em><span style="font-style: normal;"><span>wurde </span></span><em><span>Sarah Noxx </span></em><span style="font-style: normal;"><span>auf die Bühne geholt, die so unmotiviert und gelangweilt war, dass mir die Galle hochkam. Wenn man so wenig Lust hat aufzutreten, dass man mit genervtem, ellenlangen Gesicht auf der Bühne steht, sollte man es wohl besser sein lassen. Deswegen durfte sie nach dem Lied auch wieder verschwinden. Auch wenn es während des Konzerts wieder öfter kalte Regenschauer gab, ließ sich das Publikum nicht vom Feiern abhalten. Passend zum Klassiker </span></span><em><span>Timekiller</span></em><span style="font-style: normal;"><span> kam noch einmal die Sonne raus, so dass es zwei Regenbögen gab.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Nach einer letzten Umbaupause stand dann </span></span><em><span>And One</span></em><span style="font-style: normal;"><span> auf dem Programm und legte mit ihrem Cover von </span></span><em><span>Sun always shines on TV</span></em><span style="font-style: normal;"><span> los. Es waren unfassbar viele Leute gekommen. Nicht nur der Platz vor der Mainstage war überfüllt, auch in den Wegen, die zu den Verkaufsständen führten, standen die Leute. Einmal mehr auf diesem Festival wunderte ich mich, warum die Idole hier alle schon an die 40 sind, aber mit alten, renommierten Bands geht der Veranstalter eben auch kein Risiko ein, dass Eintrittskarten unverkauft bleiben. </span></span><em><span>Steve Naghavi</span></em><span style="font-style: normal;"><span> war wie ein aufgezogenes Spielzeugmännchen oder der Duracel-Hase, unterhielt das Publikum ohne Unterlass, unkaputtbar. Das Bühnenbild mit zwei riesengroßen, schneeweißen Trapezen wirkte ein bisschen größenwahnsinnig, aber irgendwie lustig. Ich rieb mir die Augen, ich konnte es kaum glauben, wie  frenetisch </span></span><em><span>And One</span></em><span style="font-style: normal;"><span> vom Publikum gefeiert wurde</span></span><em><span>. </span></em><span style="font-style: normal;"><span>So einfach gestrickt und eingängig wie die Musik ist, springt so gut wie jeder darauf an. Es ist ein bisschen wie mit Dieter Bohlen und der Popmusik, nur dass Naghavi nicht so rummeldumm ist. Beide wissen ausgezeichnet, die Massen zu binden. </span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Zu </span></span><em><span>Timekiller</span></em><span style="font-style: normal;"><span>, das </span></span><em><span>Project Pitchfork</span></em><span style="font-style: normal;"><span> eben noch im Original gespielt hatten, wurden </span></span><em><span>Dirk Scheuber </span></em><span style="font-style: normal;"><span>und </span></span><em><span>Peter Spilles</span></em><span style="font-style: normal;"><span> erneut auf die Bühne geholt und beide Bands sangen den Klassiker gemeinsam. Eineinhalb Stunden hatte das Amphi-Festival der Band zum Spielen gegeben, ziemlich genau nach der Hälfte der Zeit ertönte der Hit </span></span><em><span>Deutschmaschine</span></em><span style="font-style: normal;"><span> und wir machten uns auf den Heimweg. Noch länger</span></span><em><span> And One</span></em><span style="font-style: normal;"><span> zuhören musste dann doch nicht sein und der finale Auftritt der </span></span><em><span>Krupps</span></em><span style="font-style: normal;"><span> würde erst nach zwei Stunden Pause (sehr schlau am Sonntag Abend) beginnen.</span></span></p>
<p><span style="font-style: normal;"><span>Bei unserem Rückweg über die Deutzer Brücke malte ein dramatischer Sonnenuntergang mit der blau erleuchteten Musicalhalle einen schönen Abend, der das qualitativ durchwachsene Amphi-Festival sehr passend abschloß.</span></span></p>
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		<title>Amphi-Festival 2008 &#8211; der Samstag</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 19:05:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einigem Hin und Her in der Planung, konnte ich mich dieses Jahr erst sehr spät dafür entscheiden, zum IV. Amphi-Festival (19.-20.07.2008) zu gehen. Etwa eine Woche vor Beginn meldete der Veranstalter, das Festival sei restlos ausverkauft und nur mit etwas Glück gelang uns noch das Reservieren von Karten an der Abendkasse. Da wir dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2008/07/amphi-festival-2008-der-samstag/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p class="MsoNormal">Nach einigem Hin und Her in der Planung, konnte ich mich dieses Jahr erst sehr spät dafür entscheiden, zum IV. Amphi-Festival (19.-20.07.2008) zu gehen. Etwa eine Woche vor Beginn meldete der Veranstalter, das Festival sei restlos ausverkauft und nur mit etwas Glück gelang uns noch das Reservieren von Karten an der Abendkasse. Da wir dem „Aufbewahren bis 16 Uhr“ nicht so ganz vertrauten, machten wir uns am Samstag Vormittag, so gegen 11, auf den Weg, unsere Karten abzuholen. Seltsamerweise waren in der Bahn auf dem Weg dorthin kaum entsprechend gekleidete Gestalten zu sehen, dafür aber direkt vor dem Gelände. Denn dort wartete schon eine ganze Schlange – die Glücklichen hatten schon Karten – vor dem Einlaß.</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-57"></span></p>
<p class="MsoNormal">In der Schlange für die reservierten Karten kam es zu Verzögerungen, weil zwei Mädels zwei Karten bestellt, zwei Karten bezahlt, aber nur eine bekommen hatten. Die Mädels waren sichtlich angepisst, bekamen ihre fehlende Karte nicht, dafür das Mitleid der Umstehenden – aber was soll man mit Mitleid anfangen, wenn man ein Ticket möchte?! Bei der Aktion flatterte mir schon etwas das Herz, aber schließlich erhielten wir unser Bändchen und waren froh, dass mit der Reservierung alles geklappt hatte.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Wir fuhren noch einmal kurz nach Hause um uns – in weiser Voraussicht der Preise für Essbares -<span> </span>den Magen so weit es ging mit Käsesoßennudeln voll zu schlagen. Das musste reichen bis Mitternacht. Mit einiger Verspätung marschierten wir 13.30 auf das Festivalgelände, die Taschenkontrollen der Security waren ein Witz gewesen. Meine bessere Hälfte und einige Freunde wollte eigentlich zu <em>Nachtmahr</em> und <em>Grendel</em>, aber die Besucherleitung für die Theaterstage war so beschissen, dass nicht annähernd so viele Leute die Bands sehen konnten, die sie wollten. Das sorgte nicht gerade für gute Stimmung unter den Gästen und dann fing auch noch <em>Zeromancer</em> an, auf der Hauptbühne zu spielen.</p>
<p class="MsoNormal">Im letzten Jahr habe ich mir die norwegische Band schon einmal auf dem Amphi angeschaut, eher aus nostalgischen Gründen und nun waren sie wieder dabei, was in meinen Augen nicht gerade für den Veranstalter spricht. Ich habe die Setlist zwar nicht mitgeschrieben, aber musikalisch war es so ziemlich das Gleiche, wie im Vorjahr. Kein Wunder, denn die Band hat seit 2003, in Worten: fümpf Jahre!, kein neues Album mehr veröffentlicht. Auch wenn ich den Sound der fünf Jungs nicht schlecht finde, war es erschütternd, dass sie noch genauso klangen, wie als ich 17 war. Aber ich wollte ihnen dennoch eine Chance geben, stellte mich seitlich in die erste Reihe und wollte ein paar Fotos machen. Das ist an den Emo-Frisuren der Band gescheitert, denn offensichtlich soll ihr Gesicht nur von einer Seite erkennbar sein und ich war auf der falschen. Da ich die Lieder alle schon kannte und alle schon einmal Live gehört hatte, machte ich mich nach 10 Minuten auf den Weg, ein paar Getränke im Auto einer Freundin zu deponieren. Nicht nur die Getränkepreise auf dem Gelände waren unverschämt, auch das Angebot an Essen war, ich kann es kaum in Worte fassen, Pfuipfui, sittenwidrig. Die Preise sehr hoch, die Portionen sehr klein und angesichts der Besuchermenge war das Angebot an Essen ein wenig dürftig. Wenn man soviel Hunger hatte, dass man sich tatsächlich etwas kaufen wollte, musste man sich erst einmal stundenlang anstellen. Dass Preise auf den Festivals sehr hoch sind, ist man ja gewöhnt. Aber minikleine Döner für über 4 Euro (!!) anzubieten, wenn man in wenigen Minuten Fussweg sich in der Stadt einen doppelt so großen für die Hälfte des Geldes holen kann, ist nicht nur unglaublich frech, sondern auch ziemlich kontraproduktiv. Aber der Veranstalter will mit dem Festival eben so richtig Kohle machen, kann ich verstehen, Kohle hätt&#8217; ich auch gern. Deswegen sind die Tageskarten auch keine Geldersparnis und lohnen sich, im Gegensatz zur Preisstruktur bei anderen Festivals, überhaupt nicht. Diese Eindrücke machen das Amphi nicht gerade sympathischer, aber zurück zur Musik.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Der nächste Punkt auf meiner Tagesordnung war <em>Welle:Erdball</em>, die ich beinah verpasst hätte, da sie 20 Minuten zu früh anfingen. Auf der Mainstage am Samstag war der Programmablauf insgesamt erheblich verfrüht und stimmte nicht mit dem angekündigten und gedruckten Programm überein, ohne dass das Publikum von den Moderatoren in irgendeiner Art davon in Kenntnis gesetzt wurde. Fauxpas, meine Damen und Herren Veranstalter! Ein Publikum, dass wegen so einer Aktion Lieblingsbands verpasst, kann darauf sehr zickig reagieren. <em>Welle:Erball</em> sorgte aber erst einmal für gute Stimmung. Dieses Jahr war die Band schon auf dem WGT zu sehen, sie tourt im Herbst ausgiebig durch Mitteleuropa und ist somit dieses Jahr konzerttechnisch sehr aktiv. Auf der Amphi-Mainstage war eine aufgespannten Plastik-Leinwand installiert, die die beiden Grazien Plastique und Frl. Venus mit einem Kunstwerk aus der Erde, Mond und Kulturrakete besprühten. Davor stand A.L.F an einem FDJ-Pult, daneben war in Übergröße das Symbol von <em>Welle:Erdball, </em>ein um 90° gedrehtes Zeichen des Trabant, installiert. Die Weiblichkeit trug weißblonde Perücken, die Männlichkeit schwarze Anzüge, alle Vier mit Sonnenbrillen. Allein durch dieses skurrile Setting hatte die Band bei mir schon gewonnen, auch wenn ich dem C64-Geklimper bisher nicht so viel abgewinnen konnte. Die Klassiker „Arbeit Adelt“, „Monoton und Minimal“ und „Starfighter“ wurden gespielt, Honey zog dazu seine „Ich-trag-die-Nase-hoch-und-schüttel-mein-Haar-für-Dich“-Show ab. Schließlich wurde noch eine C64-Tastatur mit dem lapidaren Kommentar: „Letztes mal hat das einem die Nase gebrochen, also gut fangen!“ in das Publikum geschleudert. Der Auftritt war in meinen Augen ein voller Erfolg, Welle-Fans kamen auf ihre Kosten und so einige neue Liebhaber haben sie bestimmt auch gewonnen.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Mit einer Freundin postierte ich mich nach Ende des Konzerts vor der Bühne, denn als nächstes sollte <em>Zeraphine</em> kommen. Als alte <em>Dreadful Shadows</em>-Fans hatten wir den Anfang des Projektes, das Sven Friedrich und Norman Selbig nach der Auflösung der Shadows ins Leben riefen, verfolgt, aber musikalisch und textlich ging es dann doch weiter weg von dem, was uns gefiel. Sie begannen mit einigen Liedern der ersten beiden Platten „Kalte Sonne“ und „Traumaworld“, streiften mit „Blind Camera“ und „Die Macht in Dir“ auch das Album „Blind Camera“ und kündigten schließlich auch an: „Jetzt kommt die neue Single&#8230;naja, die von vor zwei Jahren.“ Das letzte Album hieß „Still“ und wurde 2006 veröffentlicht, seitdem ist bei der Band nicht mehr allzuviel passiert, was ich etwas schade finde. Dieses Jahr gibt es neben dem Amphi nur einen weiteren Konzerttermin und weder auf der Bandpage noch beim Fanclub sind die Informationen sehr aktuell.<span> </span>Es war ein typisches Zeraphine-Konzert, mit wenigen Worten und konstant guter Leistung. Sven Friedrich sieht immer noch genauso aus wie vor 10 Jahren und der größte Spaßfaktor der Band ist in meinen Augen der Gitarrist und zweite Sänger Manuel, dessen Mimik beim Singen sehr ausdrucksstark ist. Man könnte auch sagen, seine Augenbrauen singen mit, durchaus ein Erlebnis. Zu „Be my Rain“ kam – wie passend – ein ordentlicher Wind auf und es wurde sehr stimmungsvoll etwas Laub über die Bühne geweht. Ansonsten hatte ich nicht das Gefühl, dass – außer den paar Fans in den vorderen Reihen – die Band das Publikum richtig anheizen konnte oder Leute angezogen hat, die gerade in der Nähe waren. Das war bei dem Auftritt der <em>Dreadful Shadows</em> auf dem Amphi letztes Jahr anders gewesen, aber die beiden Bands sind sowieso nicht vergleichbar, bloß weil sie denselben Sänger haben.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Nach <em>Zeraphine</em> sollte <em>Covenant</em> auf der Mainstage spielen, aber wir brauchten eine kleine Pause und sahen uns auf dem Festivalgelände um. Wir landeten schließlich im Beach Club, der eine echte Bereicherung für das Amphi ist. Auf weißem, weichen Sand, der vermutlich extra von der Ostsee angekarrt wurde, sind zahlreiche strahlend lackierte Strandliegen aufgebaut, auf denen es sich die ermüdeten Festivalbesucher bequem gemacht hatten. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt und es gab auch etwas anderes Essen als auf dem eigentlichen Gelände. Eine sehr entspannsame Angelegenheit, wo wir wieder unsere Kräfte sammelten. Danach sollten <em>Deine Lakaien</em> auf der Mainstage spielen. Als ich dieses Projekt das erste Mal live gesehen hatte, hatte es mich geradezu aus den Stiefeln geblasen, so überwältigt war ich. Erwartungsvoll hatte sich schon eine betrachtliche Menge vor der Bühne versammelt, als Honey von <em>Welle:Erdball</em> die Bühne betrat, um die Lakaien anzukündigen. Er tat es stumm. Hielt nacheinander Schilder hoch mit „Aufmerksamkeit“ – „Applaus – „Mehr Applaus“ und „Noch mehr“, so dass das Publikum schon johlte. Als er schließlich „ATOMKRIEG-MEHR!“ hochhielt, gab es kein halten mehr. Mit zwei weiteren Schildern, die viel Spaß mit <em>Deine Lakaien</em> wünschten, schickte er das Publikum mit einer bombigen Stimmung (wie passend) in die Show. Veljanov trat in einem braunen Anzug auf die Bühne, begleitet von Ernst Horn, einem Gitarristen, einer Violinistin und einem Cellisten mit metallic-blauem E-Cello (Neid.). Professionell ruhig wurde ein Best of der Lakaien abgespult, aber so richtig erreicht haben sie mich mit diesem Konzert irgendwie nicht. Auf der Bühne passierte außer unmotiviertem auf- und abtigern Veljanovs nicht viel und auch der Klangteppich, der aus Instrumenten und seiner Stimme sonst gezaubert wird, wollte nicht so recht entstehen. Seine Stimme klang ungewohnt dünn und ziemlich enttäuscht, wendete ich mich nach ein paar Liedern ab.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Wir wollten rechtzeitig zur Theaterstage, um vor <em>Combichrist</em> noch ein wenig <em>The Klinik</em> mitzunehmen und da wir befürchteten, zum Headliner der Stage nicht rechtzeitig ins Theater zu kommen, machten wir uns lieber ein bisschen zu früh als zu spät auf den Weg.</p>
<p class="MsoNormal">Im Theater war es dunkel und war und zu <em>The Klinik</em> wurde auch gar nicht erst großartig das Licht angemacht. Das ist so Electro oder EBM, also ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, was der Unterschied ist. Die Musik war gut tanzbar und Fans kamen sicherlich auf ihre Kosten. Doch während des Konzerts wurden mein Beine immer schwerer und mein Gesicht länger, so dass wir schließlich im Räumchen nebenan noch eine kleine Pause einlegten und uns zu den anderen, auf dem Boden sitzenden Gruftis gesellten. Gegen Ende des ersten Festivaltages waren die meisten sehr froh, ihre angestrengten Beine etwas auszuruhen. Kurz bevor <em>Combichrist</em> zu spielen anfing, raffte man sich ein letztes mal auf, um noch einen einigermaßen guten Platz zu erwischen. Es war schon ziemlich voll, als die ersten Takte von <em>„Shut up and Swallow!“</em> (jaja, der Name ist Programm) begannen und das Publikum anfing zu tanzen. Aggressive, knallige Beats und Bässe dröhnten aus den Boxen und heizten die Stimmung auf. <em>Combichrist</em> war mit Drummer unterwegs, also einem aus Fleisch und Blut und ohne Starkstromanschluß, der sich unglaublich verausgabte. Der Sänger Andy LaPlegua tobte über die Bühne wie ein Berserker und schrie uns irgendwas ins Gesicht, egal was, das Publikum hatte er schon in andere Sphären geschossen. Die <em>Loveparade</em>, die am selben Tag in Dortmund reanimiert worden war, war dagegen ein Kindergeburtstag. Die Temperatur stieg auf grob geschätzt 60° in der Halle bei den Tropfen, die ich abbekam, konnte ich nicht sagen, ob es von durch die Gegend geschleuderten Wasserflaschen stammte oder ob es schlicht Kondeswasser war, das von der Decke auf uns niederrieselte. Einige Lieder vor Ende des Konzerts, wurde mir die Angelegenheit zu anstrengend, so dass ich mir einen Weg nach draußen freikämpfte, wo <em>Oomph!</em> glücklicherweise schon aufgehört hatten zu spielen.</p>
<p class="MsoNormal">Nach kurzem Ausruhen und langem Verabschieden von Freunden machten wir uns schließlich todmüde, aber zufrieden, auf den Heimweg, in der Hoffnung, bis zum nächsten Tag regeneriert zu sein. Interessanterweise hatten die Bands, die mit ihren Instrumenten live spielen eine schwächere Show abgeliefert als diese, die nur die CD einlegen müssen. Ich war gespannt, ob es am folgenden Tag genauso sein würde.</p>
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		<title>Rheinkultur 2008</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jul 2008 21:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[rheinkultur]]></category>
		<category><![CDATA[schelmish]]></category>

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		<description><![CDATA[Sommer, Sonne, Rheinkultur. Das erste Wochenende im Juli ist reserviert für ein Umsonst&#38;Draußen-Festival der Oberklasse. Die Rheinkultur jährte sich 2008 zum 26. mal und zog mit Bands wie Schandmaul, Tomte und Sportfreunde Stiller (Blaue Bühne) oder Schelmish, Blackmail und Anti-Flag (Rote Bühne) dieses Jahr 140.000 Besucher an. Zum großen Jubiläum letztes Jahr mit dem Überraschungsheadliner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2008/07/rheinkultur-2008/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p class="MsoNormal">Sommer, Sonne, Rheinkultur. Das erste Wochenende im Juli ist reserviert für ein Umsonst&amp;Draußen-Festival der Oberklasse. Die Rheinkultur jährte sich 2008 zum 26. mal und zog mit Bands wie <em>Schandmaul</em>, <em>Tomte</em> und <em>Sportfreunde Stiller</em> (Blaue Bühne) oder <em>Schelmish</em>, <em>Blackmail</em> und <em>Anti-Flag</em> (Rote Bühne) dieses Jahr 140.000 Besucher an. Zum großen Jubiläum letztes Jahr mit dem Überraschungsheadliner <em>Die Fantastischen Vier</em> und Bands wie <em>Sick of it All</em> oder <em>Donots</em> waren satte 200.000 Leute gekommen. Die Rheinkultur hat eine lange Tradition – jedes Jahr gibt es dasselbe Prozedere mit überfüllten Bahnen, Jugendlichen außer Rand und Band und auch wettermäßig war bisher von Schlammschlacht bis Hitzeschock alles schon dabei.</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-56"></span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Dieses Jahr begann die Rheinkultur für mich in Köln. Mit meinem Rad versuchte ich nach Bonn zu fahren. Das klingt einfacher als es war, zwar war auf dem Bahnsteig nicht viel los, als jedoch der Zug einfuhr, rief uns die Zugführerin zu, dass wir nicht einsteigen könnten. Kein Wunder. Der Zug war voll mit betrunkenen Teenagern, hatte eine enorme Bierfahne und so schätzungsweise 2,3 Promille intus. Da war es gerade halb zwölf mittags. Ich musste den nächsten Zug abwarten, der etwas leerer war. Ich stand mit zwei anderen Radlern mitten im Gang, mitten in einer Gruppe Punks, die laut Musik hörten und ganz offensichtlich Spaß hatten. Sie unterhielten das gesamte Abteil, weil einer von ihnen nuschelnd verkündete „Ich versuch einmal im Stähen zu nähen…“. Ich hielt das zuerst für einen Scherz, aber er fummelte tatsächlich an seinem rotzigen Sweatshirt rum und versuchte einen <em>Oxymoron</em>-Aufnäher anzubringen, sehr zur Erheiterung der Mitreisenden. Will man seinen Freunden glauben, so machte er schon über eine Stunde an dem Aufnäher rum, hatte in der Zeit aber lediglich geschafft, zwei Ecken notdürftig zu befestigen. Schließlich schwatzte er den Umsitzenden drei Sicherheitsnadeln ab und war mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden, auch wenn es unglaublich ist, wie lang sich ein Punk in ungewaschenen Klamotten damit beschäftigen kann, Falten unter einem Aufnäher glattzustreichen. Dementsprechend wurde er auch von seinen Freunden aufgezogen. Ich hab mit mir gerungen, ihm das Ding eben festzunähen, aber ich glaube, es hat ihn insgeheim unglaublich befriedigt, sich mit so was abgefahrenem wie nähen zu beschäftigen. Alter, NÄHEN!!!</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Nachdem ich ordentlich Mittag gegessen hatte, um auf dem Festival nicht gleich wieder Hunger zu bekommen, radelte ich in die Rheinaue. Es war eine gute Entscheidung, das Fahrrad zu nehmen. Offensichtlich haben es die Stadtwerke Bonn immer noch nicht geschafft, ein Transportsystem auf die Beine zu stellen, das die Menschenmassen adäquat in die Rheinauen bringt. Ich wollte mir den alljährlichen Feldversuch, wie viel Leute sich durch Sicherheitsleute in die Bahnen stopfen lassen, nicht antun. Vor dem Haupteingang versuchten Polizisten in voller Montur Prügeleien zu schlichten. Ich reihte mich ein und ließ die Prozedur über mich ergehen wie jedes Jahr: Taschenkontrolle und Abklopfen nach versteckten Getränken. Da man keine Getränke und Speisen auf das Gelände nehmen darf, versuchen die meisten beim Anstehen am Eingang noch Bier oder Härteres in sich reinzukippen. Noch bevor sie das eigentliche Festivalgelände betreten, sind sie dann total strack und können nichts mehr, außer vielleicht pöbeln und schwanken.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Als ich endlich auf dem Gelände war, war es 20 vor drei, vor der blauen Bühne war noch nicht so viel los und mir war warm. Bei Bombes holte ich mir eine Kamera ab und stürzte mich ins Getümmel. Auf der Roten Bühne spielten gerade <em>Eternal Tango</em> und haben ganz ordentlich gerockt, auch wenn das Publikum gerade bis zum ersten Brecher reichte.</p>
<p class="MsoNormal">Ich schlenderte über die Wiesen, überall lagen Leute auf Decken, schwatzten oder ließen sich die Sonne auf die Plautze scheinen. Einige der Jüngeren tranken sich halb besinnungslos, das erste mal Festival, das erste mal Rocken und Großtun. Saufen und Kiffen noch vor dem Stimmbruch, in Bonn beginnt das Leben früh.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Auf dem Weg zum Tanzberg sah ich allerhand Leute, die sich die Zeit vertrieben – ob mit Jonglieren, Balancieren auf einem Seil, Bungee Jumping oder Diabolos. Die Krone setzte dem ganzen allerdings eine in pink gekleidete junge Frau auf, die in einem pinken Kinderwagen(!) lümmelte und es sich gut gehen ließ. Aus dieser Richtung drangen dichte Gras-Duft-Schwaden in meine Nase…ach Rheinkultur!</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Auf dem Tanzberg war die Stimmung riesig, laute elektronische Musik knallte aus den Boxen und der DJ verstand es, das Publikum anzuheizen. Ich ging weiter zur HipHop-Stage, neben der einige Graffitti-Künstler Sperrholzwände besprühten. Hier war der Altersdurchschnitt gefühlte 10 Jahre unter dem auf dem restlichen Gelände, aber ich wollte HipHop mal wieder eine Chance geben. Das hab ich in meinem Leben schon öfter getan, aber es hat mich nie überzeugen können. Auch dieses mal war es so: Die HipHop-Bühne war die einzige Bühne auf der Rheinkultur, auf der nicht mal annähernd so was wie Musik lief. Aber, und das regte mich wirklich auf, es kommt noch viel schlimmer: Auf der Bühne standen so zwei HipHopHonks, dem Programm nach <em>Blumio &amp; Habesha,</em> machten einen auf „<em>ISCH bin Deine MUTTA, Du Hurensohn!</em>“ und hatten einen Refrain, in dem sie Textzeilen von <em>Rio Reisers</em> „<strong>Wann</strong>“ verwursteten, plus ein wenig drumrum. Blasphemisches Pack, HipHop ist für mich gestorben.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Ich kehrte zurück zur Roten Bühne, da dort gleich <em>Schelmish</em> aufspielen sollten. Es hatte sich schon ein recht ordentliches Publikum zusammengerottet. Ich postierte mich hinter dem ersten Brecher, vor mir zwei Grazien, die ebenfalls fotografierten, und betrachtete das Publikum. Es war sehr gemischt, von Grufties über Mittelalterleutchen bis hin zu den ganz normalen Normalos war alles dabei. Neben mir standen zwei Altpunks, mit weniger als vier Zähnen im Oberkiefer, dafür spaßiger Laune, und machten Stimmung. Etwas weiter weg lümmelte jemand mit dem galoren T-Shirt-Spruch „<em>Scheißen ist Arbeit</em>“ (Junge, in der Apotheke kann Dir geholfen werden) und alle warteten den Soundcheck ab.</p>
<p class="MsoNormal">Irgendwann hatte ich die Band schon mal auf dem WGT gesehen, konnte mich aber nicht so recht erinnern, wie es nun war (Jaja, ich werd auch nicht jünger). An den Trommler Picus von Corvin erinnerte ich mich jedoch. Früher, als ich noch auf Mittelaltermärkte ging, spielte der bei <em>Vivus Temporis</em> und die sind immer SAUmässig abgegangen. Er soundcheckte die Trommel und das Publikum vor der Bühne klatsche und hüpfte schon mit. Das Konzert würde gut werden.</p>
<p class="MsoNormal">Der Tontechniker Olli bekam von allen noch ein Geburtstagsständchen gesungen und das Heimspiel für Schelmish begann. Die Band verstand es hervorragend, das Publikum mitzureißen, ab dem ersten Lied brodelte es. Ich schaute mich vorsichtig um. Ich stand da, wo bei der vorherigen Band die Reihen luftig wurden, aber bei Schelmish hieß dieser Platz <strong>mittendrin</strong>. Ob rockig oder mittelalterlich, das Publikum war mit voller Kraft dabei und forderte nach jedem Lied: „<em>Lauter, Lauter!</em>“ Besonders beeindruckt war ich, wie der Sänger Rimsbold loslegte. Er würde sich wahrscheinlich auch in einer Hardrock- oder Metalband wohl fühlen, eine derartige Vorstellung hatte ich wirklich nicht erwartet. Als er eines der rockigen Stücke ankündigte mit „Das ist der Teil, wo ihr anfangen müsst, rumzuschubsen &#8211; ich will eine Menge Scheiße von Euch sehen hier vorne!“, ließ sich das Publikum das nicht zweimal sagen, so dass Haare und Gebeine flogen. Herausragend war auch Dextro, der mit seinen Ansagen zwischen den Liedern das Publikum immer wieder zum Lachen brachte. Die Vorstellung gipfelte dann in den erotischen (naja…) Auftritt von Luzi, der zunächst in einem schmucken Mantel über die Bühne tanzte, dann in einem weißen Tüllkleidchen mit rosa Schleifen und schließlich nur noch in einem Hauch-von-Nichts-Tanga. Der Strip wurde mit Johlen seitens des Publikums quittiert, Luzis versuche, um die „Strip-Stange“ zu däncen mit schallendem Gelächter. Den absoluten Höhepunkt erreichte die Show, als Dextro das Publikum aufforderte, „Ring of Fire“ von <em>Johnny Cash</em> zu singen. Johnny Cash! Mit der Aktion hat Schelmish zumindest bei mir lebenslang einen Stein im Brett. Dieses grandiose Konzert war leider viel zu schnell zu Ende und ein Großteil des Publikums strömte zur Blauen Bühne, wo gleich <em>Schandmaul</em> spielen sollte.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Vor der Blauen Bühne war es dann <em>noch</em> voller und es war für mich unmöglich, auch nur in die Nähe der Bühne zu kommen. <em>Schandmaul</em> brachte den Soundcheck hinter sich und legte los. Auch hier war das Publikum direkt mit vollem Einsatz dabei, obwohl der Sound während der ersten beiden Lieder einfach beschissen war. Offensichtlich waren für die Mittelalterbands eine Reihe von Fans angereist, mitten im Getümmel war sogar das erhobene Banner einer Ritterschaft zu sehen. Ich traf meinen Bruder, der mir berichtete, an ihm wäre gerade ein Trupp von 50 Gewandeten vorbeigegangen, in Rüstung, die alles plattgewalzt hätten, was ihnen in den Weg kam. Wie auf Kommando zogen 10 korpulente Herren in Schottenrock an uns vorbei. <em>Schandmaul</em> hatte das Publikum im Griff, auf Kommando waren alle Hände oben, das Publikum feierte und ließ es sich trotz Verbotsschilder nicht nehmen, ein wenig dem Crowdsurfing zu frönen, auch wenn die etwas humorlose Security die „Übeltäter“ dann direkt aus den Massen zog. Ich schaute mir das Spektakel etwas erhöht vom Hügelchen links der Blauen Bühne an und betrachtete besorgt die Regenwolken, die auf das Festival zurollten.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Zur Stärkung genehmigte ich mir eine Portion Fritten und Bier (da war mein Geld dann auch alle) und es fing an zu nieseln. Seinen Höhepunkt hatte das Festival für mich hinter sich gebracht. Ich warf noch einen kurzen Blick auf den Tanzberg, wo dieselben Leute zur selben elektronischen Musik wie vor zwei Stunden abhotteten.</p>
<p class="MsoNormal">An der Blauen Bühne spielte mittlerweile <em>Tomte</em> und da hatte ich dann wirklich keine Lust mehr. Das Publikum bestand zum größten Teil aus Anti-Mainstream-Mainstream und Philosophie- oder Hornbrillenstudenten und die Band spulte ihr Repertoire aus immer denselben Rhythmen, ihren vier Akkorden und ein bisschen „Ich sag jetzt aber mal meine Meinung!“ ab. Ich kann der Hamburger Schule nichts abgewinnen, vor allem, weil ich finde, man sollte seine Meinung mit Nachdruck vertreten und nicht mit Trallala.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Deswegen tat ich mir den Rest des Festivals auch nicht mehr an und verschwand, bevor sich der Headliner <em>Sportfreunde Stiller</em> blicken ließ. Auf dem Weg zu meinem Fahrrad schaute ich noch bei einem Straßenkünstler vorbei, der mit einer Marionette <em>Smells like Teen Spirit</em> von <em>Nirvana</em> nachspielte, was absolut köstlich war. Er konnte den Mund, die Beine und die Arme der Puppe in jeweils unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen, was eine für mich unvorstellbare motorische Meisterleistung ist, bravo!</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">So ging sie also zuende, die Rheinkultur 2008 &#8211; mit Nieselregen und <em>Nirvana.</em></p>
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		<title>Cultus Ferox Doe</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2007 18:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gab ein ziemliches Hickhack um mein zweites CultusFerox-Konzert und vorab mehrere Problemchen. Ich fand zuerst niemanden, der mit mir hingehen wollte. Als Judith, eine Kommilitonin von mir, zusagte, sich aber ziemlich lange (bis so 3h vor dem Konzert) nicht meldete, hatte ich das Konzert schon abgeschrieben. Keiner wollte Cultus Ferox, weder GottAlwin, noch RedImp, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2007/03/cultus-ferox-doe/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Es gab ein ziemliches Hickhack um mein zweites CultusFerox-Konzert und vorab mehrere Problemchen.</p>
<p>Ich fand zuerst niemanden, der mit mir hingehen wollte. Als Judith, eine Kommilitonin von mir, zusagte, sich aber ziemlich lange (bis so 3h vor dem Konzert) nicht meldete, hatte ich das Konzert schon abgeschrieben. Keiner wollte Cultus Ferox, weder GottAlwin, noch RedImp, noch meine ehemaligen Mitbewohner, noch die Kollegen aus der AG Gravitationsbio.<br />
<span id="more-21"></span><br />
Zu allem Überfluss sollte das Konzert auf der Burg Satzvey stattfinden. Man kommt mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zwar ziemlich gut dahin &#8211; aber wieder nach hause kommen, ist ein Problem. Der letzte Zug Richtung Bonn fährt um 23.08 und da es um die Uhrzeit aus irgendwelchen Gründen günstiger scheint, aus der Eifel über Köln nach Bonn zu fahren, dauert die Rückfahrt auch mehr als doppelt so lang.</p>
<p>Exzessives Feiern in die Morgenstunden und den frühesten Zug um 6.00 nehmen fiel auch aus, weil mein Onkelchen heute heiratet und ich mittags in Siegburg am Standesamt stehen muss &#8211; einigermaßen frisch aussehend.</p>
<p>Freitag regnete es dann den ganzen Nachmittag durch, aber als Judith um 17.00 anrief, &#8220;CultusFerox, Ja, Ja, Ja!&#8221;, schien es doch noch etwas zu werden. Wir konnten ihren Freund Jonny überreden mitzukommen und gegen Benzingelderstattung das Auto mitzunehmen &#8211; der Unabhängigkeit halber. Zuhause aß ich noch schnell etwas und fing an, auf die beiden zu warten. Das Konzert sollte um 20.00 Uhr losgehen. Keiner von uns wusste so genau, wie man zur Burg kommt (Erstmal Richtung Euskirchen, klar. Aber dahinter ist ja erst mal GANZ LANGE NICHTS!). Als sie um 19.30 immer noch nicht da waren, wurde ich langsam unruhig. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln &#8211; hatten wir wirklich verabredet, dass die beiden mich abholen? Naja, wenn nicht, wär es eh zu spät gewesen. Um 19.40 waren sie da und nach einer halben Tankbefüllung düsten wir los. Bis Euskirchen fanden wir. Ich hatte Euskirchen immer für ein popliges Kaff gehalten. Da uns eine Baustelle von der Hauptstraße abbrachte &#8211; aber keine Umleitung ausgeschildert war &#8211; suchten wir in Euskirchen ein Weilchen nach der richtigen Straße. Wie soll man sagen &#8211; die Eifel ist dem Kreisverkehr und 90°-Steilkurven wohlgesonnen. Aber irgendwas muss die Eifel ja bieten, an das man sich erinnern kann.</p>
<p>Als wir an der Burg ankamen, war alles finster. Wir hatten im Auto schon Wetten abgeschlossen, ob mehr als 20 Mann da wären. Und ob Cultus Ferox langsam wahnsinnig würden &#8211; der Eintrittspreis war mit 16 Euro ziemlich hoch angesetzt. Dafür dass man für das Konzert bis ans Ende der Welt fahren muss. (Ich bin mir sicher, dass das Ende der Welt irgendwo in der Eifel liegt. Das merkt man schon daran, wie die Leudä schbräschn.)</p>
<p>Judith und Jonny waren schon öfter auf der Burg Satzvey und zeigten mir den offiziellen Eingang. Ich schwör&#8217;s &#8211; ohne deren Hilfe hätte ich den nie gefunden, so still war es. Wir hatten eigentlich damit gerechnet, ein muggelisches Regen-Konzert auf dem Burghof zu hören. Aber auf dem Burhof war nichts. Nicht mal eine Katze.</p>
<p>Wir steuerten die Kneipe an (da brannte Licht und ein wenig Musik war zu hören). Dort am Eingang knöpfte uns ein düsterer, älterer Herr den Eintritt ab. Durch unsere Studiausweise sollten wir Ermäßigung bekommen. Aber der Herr gab sich mit der Angabe &#8220;Wintersemester 06/07&#8243; nicht zufrieden: &#8220;Wo se&#8217;ischsch denn, ob dr noch gültischsch is?&#8221; Wir zeigten ihm das Datum, dass irgendwo ganz unten pink in die Ecke gedruckt ist und konnten ihn sogar noch davon überzeugen, dass Jonny ein Azubi ist und ohne Ausweis die Ermäßigung haben müsse. Judith fragte noch, ob es schon angefangen hätte. Aber dafür standen noch zuviele blutverschmierte Kerle (=die Band) an der Bar.</p>
<p>Wir waren da, es konnte losgehen. In der Kneipe würde es vermutlich nicht regnen und mit einem Bierchen sollte es ganz muggelisch werden. Mir war anfangs schweinekalt, aber es war schon gut voll. Alle in gemischtem Alter und deutlich(!) mehr als 20 Personen. Wir waren wirklich überrascht, aber scheinbar hatte das Konzert doch viele aus den einsamen Landstrichen des Mittelgebirges gezogen. Wir holten uns ein Bier &#8211; eine 0.3er Flasche kostete 3 Eier! Und das war nicht mal Bitburger! Und sowas in der Eifel. Schon ein bißchen unverschämt.</p>
<p>Wir suchten uns ein Plätzchen in den vorderen Reihen und dann ging es auch schon los. Die Band marschierte quer durchs Publikum ein und posierte mit einigermaßen viel Hintergrundgedonner auf der Bühne. Judith ist noch kleiner als ich. Wir sahen nicht so viel, also gingen wir mehr an die Seite und hatten einen freien Blick auf die Bühne. Als sie anfingen zu spielen, hätte es mich beinah aus den Stiefeln geblasen. Ein wackeliger Blick nach links bestätigte mir, dass wir direkt neben den Boxen standen. Judith und Jonny hatten sich schon Ohrenstöpsel eingestöpselt und boten mir auch welche an. Nein! So alt bin ich nun auch noch nicht! Wenn schon denn schon. Außerdem schmerzen Bässe nicht nur im Ohr, sondern im ganzen Körper &#8211; und so muss das auch sein!</p>
<p>Aber der Lärm wurde lauter, die Bässe rollten durch mich durch, und als mein Herz zu flattern anfing, gab ich mich geschlagen, und machte ein Schrittchen von den Boxen weg.</p>
<p>Cultus Ferox starteten mit ein paar sehr schnellen Stücken und das Publikum ging flott mit. Es dauerte nicht lange, da pogten die ersten Reihen. Die ersten Reihen bestanden aus der Eifel-Jugend. Der Frontmann (Namen immernoch nicht gemerkt) und Steffano (das ist der eine Riese mit nur einem Gesichtsausdruck, bei dem alles ein bissel gestellt aussieht) heizten das Publikum noch mehr an. Die Eifel-Jugend hatte schon gut vorgeglüht und war nicht mehr zu bändigen. Die äußeren Ringe schubsten die rauspogende Masse wieder und wieder entnervt zurück in ihren Hexenkessel. Irgendwann ist man daran interessiert, die Musik zu hören und die Band zu sehen. Dann steht man in den äußeren Ringen und schubst Kiddies zurück in die Kiddie-Pogo-Hölle. Daran merkt man, das man älter wird.</p>
<p>Ein weiteres Wort zu pogenden Kiddies. Das sind die Art von Leuten, die zu jedem Scheiß total abgehen müssen, sei es Tocotronic, Bap oder Sportfreunde Stiller. Das ist auf der Rheinkultur auch jedes Jahr dasselbe. MTV zeigt den Kiddies einen Bericht von Wacken (gut, bei Wacken hat man ja auch echt kein anderes Ziel. Da bezahlt man eben 100 Euro für 3 Tage moshen und pogen) und die müssen zu jedem unrhythmischen Krautrockscheiß abgehen wie Schmidts Katze, wohingegen andere nur das Konzert sehen wollen. Klar, dass es da zu Konflikten kommt. Sehr deutlich ist auch, dass die Eifel-Jugend noch nie in der Grpßstadt (=Bonn, hähä!) war, um sich vernünftige Mosh-Posen abzuschauen.</p>
<p>In Bonn ist das ganz dogmatisch. Man stellt sich breitbeinig hin, geht leicht in die Knie. Stützt auf selbigen die Hände ab, Männers stützen Ellenbogen ab, um &#8220;tiefer&#8221; zu kommen [gacker], und dann schaukelt man die Perücke. Die Eifelkinder schütteln auch ihr Haar, aber sehr unberechenbar. Bei ausgewachsenen Metallern weiß man, welchen Abstand man halten muß. Aber die Kleenen sind einfach zu unkontrolliert. Man ist die ganze Zeit so damit beschäftigt, die Kinder aggressiv wegzuschubsen (weil die noch aggressiver rausgehuscht kommen, und weder Arme noch Beine noch Haare unter Kontrolle haben), dass man nischt vom Konzert hat und schon gar nicht zum Tanzen kommt. Weil man entweder schweißige Kinderhaare in der Fresse hat oder ein Monsternietenarmband (stand in der Bravo, dass der neue Punk-Look cool ist) im Bauch. Die wissen einfach noch nicht, was Anstand auf nem Konzert bedeutet. <img src='http://www.gahi.de/mekkaekke/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Und außerdem riecht Kinderschweiß immer so süß! Bah!</p>
<p>Zurück zur Band. Die Eifeljugend bot dem Sänger hartes Gesöff an und der bediente sich natürlich. Es ging weiter, dummerweise hab ich mir mal wieder nicht alle Titel gemerkt. Als der Saal kochte und dampfte, kamen ein paar Balladen. Die <em>Bernsteinhexe</em> wurde gespielt, relativ spät auch die <em>Wolfsballade</em>. Dabei wurde das Publikum immer mit einbezogen, durfte mit ins Mikro grölen und wurde hervorragend animiert. Als Steffano zur Animation aufgefordert wurde, begann er mit &#8220;Ich sag vor, ihr sagt nach!&#8221;. Ich fühlte mich stark an Senna von Monrose erinnert: &#8220;Ich sag Pop, ihr sagt Stars! Pop- Stars! Pop-Stars!&#8221; Die Eifel machte dennoch mit und nach <em>Heyhey, Hoho, Heyheyho, Heyhey-AH</em> und ein paar Kastratenquietschern war das Animationsintermezzo auch schon vorbei. Es wurden noch mehr Tänze gespielt, das Lied Chaos (hey, ein Lied über mein Leben!), ein Lied über die Heimat, über Meer und Sehnsucht.</p>
<p>Der Band wurde erneut ein Schluck Drachenblut (oder so etwas in der Art) &#8211; rotes Gesöff &#8211; angeboten. Schwacher, nicht überzeugender Protest: &#8220;Ick vergess ja den Text, ihr seidja farrückt!&#8221; und trotzdem ein großer Schluck. Diesmal ging die Flasche durch die ganze Band und ob noch etwas drin war, als sie zum Besitzer zurückkam, ist fraglich.</p>
<p>Sie spielten und spielten. Die zwischenzeitlichen Liedansagen waren gewürzt mit ein paar Witzchen über Paarfinden auf dem Zeltplatz und die Küsse der Anwesenden (&#8220;Mit Zungenschlag! Uiuiui!&#8221;). Die beiden Tänzerinnen Romaneska und Ivanuschka bezauberten mit ihrem Hüftschwung, den Feuerspielereien und den Schleiertänzen. Das einzige Lied, was mir nicht gefallen hat, war so eins ala &#8220;Oooohooohohooo wie häf tu go tu espanjoll&#8221; oder so. Das war ziemlich peinlich. Platter Text, platte Melodie. Fast in Tote-Hosen-Manier. Aber solang das nur ein Lied ist und nicht zur Regel wird, ist es zu verkraften.</p>
<p>Es wurden auch Damenhöschen um die Mikros gewickelt. Ich hab aber leider nicht gesehen, ob die Band das aus ihren eigenen Taschen hergezaubert hat, um ihr Image aufrecht zu erhalten, oder ob die tatsächlich auf die Bühne geworfen wurden.</p>
<p>Nachdem sich die Band schon ziemlich verausgabt hatte, wurde eine kurze Pause angekündigt. Der Saal leerte sich und irgendwie verpassten alle, wenigstens der Höflichkeit halber mal &#8220;Zugabe&#8221; zu brüllen. Die Band kam trotzdem noch mal auf die Bühne und spielte weiter.<br />
Das Lied &#8220;Der weibliche Orgasmus&#8221; wurde angekündigt &#8211; das ist echt ein arg beknackter Titel, wie der Sänger auch schon ganz richtig bemerkt hat. Die Mädels wurden aufgefordert, ordentlich die Hüften zu schwingen und die Jungens sollten auch ein wenig mitmachen. Die Bemerkungen wurden anzüglicher, Kommentar von Jonny: &#8220;Mein Gott, das sind doch noch Kinder!&#8221; [*grinsel*]</p>
<p>Als sich alle Mitspieler der Band auf der Bühne aufstellten und gemeinsam aufspielten, nahte der letzte Tanz. Da war der Bassist, ein riesen Schrank mit Augenklappe. Der Stand anfangs nur stocksteif da und zuckte manchmal etwas, so dass man schon Seltsames mutmaßte. Aber der hat Bärenpranken und spielt wie ein Gott! Bassisten sind eh die Besten. Dann war da noch der Schlagzeuger (Namen auch nicht mitgekriegt), Steffano mit seinen Dudelsäcken, Pan Peter auch mit Dudelsäcken, Strahli mit einem Einschußloch aufm Kopp und einer Trommel. Dann noch Donar von Avignon mit einer großen Trommel &#8211; und von dem man das ganze Konzert über ziemlich wenig gesehen hat. Der Sänger Brandanarius und heilig (oder so), noch ein Typ mit Sackpfeife und ner abgefahrenen Sirene (der diesmal etwas salzsäulig war im Vergleich zum letzten Konzert) und zwei Gitarristen, die bei der Bandvorstellung um die Wette spielten. Am meisten mit dem Publikum hat (logischerweise) der Sänger interagiert. Dann war noch Steffano sehr präsent und Strahli. Die andern beiden Pfeifenspieler kamen auch ab und zu vor &#8211; von den anderen hat man leider kaum etwas mitbekommen. Mal davon abgesehen, dass sie viel Krach gemacht haben &#8211; ziemlich guten Krach! Nicht zu vergessen die beiden Grazien. Romaneska, die wahnsinnig gut tanzen kann (und sehr durchtrainiert aussieht &#8211; wie eine Tänzerin eben) und Ivanuschka, die auch gesungen hat.</p>
<p>Zum Showdown wurden noch mal alle Instrumente getriezt und der satte Sound, der mich schon am Anfang den Konzerts überrascht hatte, kam nochmal richtig zum tragen. Dann war tschüß, aus und vorbei.</p>
<p>Der Saal leerte sich und wir tranken noch ein Bierchen. Die Spielleute mischten sich unters Volk, wie das so üblich ist. Meine Ohren haben nur noch gefiept. Heute morgen hat es immer noch gerauscht.</p>
<p>Aber das war es mir Wert <img src='http://www.gahi.de/mekkaekke/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2007/03/cultus-ferox-doe/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p>]]></content:encoded>
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		<title>Cultus Ferox</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Nov 2006 17:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin weder ein großer Konzertberichteschreiber noch ein großer Fan der Mittelaltermusik und -märkte. Ersteres habe ich mit der Schülerzeitung hinter mir gelassen, zweiteres hat mich irgendwann einfach nur noch zu Tode genervt. Wenn man selber lange und intensiv Tin Whistle gespielt hat &#8211; mit irischen Noten &#8211; dann geht einem dieses Gedudel, ewig derselbe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2006/11/cultus-ferox/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Ich bin weder ein großer Konzertberichteschreiber noch ein großer Fan der Mittelaltermusik und -märkte. Ersteres habe ich mit der Schülerzeitung hinter mir gelassen, zweiteres hat mich irgendwann einfach nur noch zu Tode genervt. Wenn man selber lange und intensiv Tin Whistle gespielt hat &#8211; mit irischen Noten &#8211; dann geht einem dieses Gedudel, ewig derselbe Takt und das unermüdliche Auf und Ab der Melodie in kleinen Intervallten tierisch aufn Sack. Anders verhält es sich demzufolge nicht mit dem typischen Sackgedudel auf Mittelaltermärkten. Das ist mal ganz lustig, aber auf die Dauer&#8230;.naja, vielleicht doch ein wenig zu realitätsfremd (ja, schlagt mich; bestraft mich!).<br />
<span id="more-16"></span><br />
Nun haben Maugrause und CelticNights aber eben diese Mittelaltermärkte, Rollenspiel und die zugehörige Musik für sich entdeckt und schwärmten beim Erzählen vom Spectaculum (und anderen Events mit dreckigen Männern und schönen Frauen) immer wieder von einer Band: Cultus Ferox. Das lässt sich ohne weiteres verkraften und als ich mir so rein zufällig mal das Programm der Klangstation anschaute, entdeckte ich schon im August oder September, dass am 2. November ein Konzert eben jener Band stattfinden würde. Davon erzählte ich dann, lud sie ein und Padautz! Mein Wunsch, ihnen eine Freude zu machen wurde erfüllt. Sie sagten zu und trafen am Mittwoch nachmittag bei mir ein, Donnerstag sollte das Konzert sein. Betreffende Pizza-Wein-Baileys-Foto-Orgien überspringe ich mal, es geht ja um die Band.</p>
<p>Der Donnerstag fing gut an, ich nahm die beiden mit zu einer Vorlesung, die ein Prof hält, an dem ein Showmaster verloren gegangen ist. Danach schwänzten wir kollektiv meine weiteren Vorlesungen und machten uns für den Abend startklar.<br />
Es wurde Lauch-Käsesuppe gekocht &#8211; das ist deshalb wichtig, weil die noch einmal auftaucht &#8211; und zum Essen gabs ein Weinchen. Da wir uns so ein wenig in der Zeit verschätzt haben, musste die übliche Was-Zieh-ich-an-Was-Makeuppe-ich-Prozedur in 20 Minuten über die Bühne gebracht werden und wurde auch erfolgreich abgeschlossen. Die halbe Flasche Wein leerten CelticNights und ich im Zug zur Klangstation.<br />
Da sprangen ein wenig seltsame Gestalten rum &#8211; das ist nicht weiter ungewöhnlich für die Klange, aber diese Gestalten kannte ich nicht. Ein paar der Gestalten gehörten sogar zur Band, wie ich versichert bekam, und während wir einen kühlen Met tranken, lief der Soundcheck. Dann lief einer der Band-Gestalten zu uns und berlinerte uns an, ob  sein Plektrum haben können. Wir hatten uns kurz vorher schon drüber lustig gemacht, wie angeknabbert das aussah &#8211; das wollten wir eh nicht behalten.<br />
Da unser Met alle war, holten wir noch einen. Der zweite Raum wurde geöffnet und ein paar Leute versammelten sich locker vor der Bühne. Es sollte nur noch eine halbe Stunde bis zum Auftritt sein, aber wie das so ist &#8211; die Anfangszeiten, die vorher bekannt gegeben werden, sind reines Phantasieprodukt. Es dauerte einen weiteren Met bis die Band zu spielen anfing.<br />
Nicht dass noch besonders viel in mein Hirn vorgedrungen wär. Aber es war saugeil!</p>
<p><a href='http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-012.jpg'><img src="http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-012-300x199.jpg" alt="" title="cf_bonn-012" width="300" height="199" class="aligncenter size-medium wp-image-17" /></a></p>
<p>Wir standen direkt vor der Bühne, vor uns waren nur noch so Fotografentüpies. Das fand ich gut, denn wir hatten keine Kamera dabei, weil wir nicht wussten, ob man fotografieren darf. Offensichtlich durfte man und zwei der Fotografen hatten sogar T-Shirts an mit der Url, wo man die Fotos dann schauen könne.<br />
<em>Dummerweise</em> haben diese Mittelalterleutchen einen Hang zu abstrusen Namen. Ich konnte mir beim besten Willen diese verdammte Url nicht merken, und das lag nicht am Met (behauptichmal). Ich hab es in mehreren Anläufen versucht, aber konnte mir nur merken, dass es irgendwelche Phantasiesilben waren, die ein **J**, ein **B** und noch ein paar **E**s und so das übliche beinhalteten. Ist ja eine gute Intention, über T-Shirts so Werbung für die eigene Homepage zu machen &#8211; aber wenn der Name so abgefahren kompliziert ist, dass ihn sich kein Schwein merken kann &#8211; dann kann mans eigentlich auch lassen.[Nachtrag: Ich hab TROTZDEM die website rausbekommen <img src='http://www.gahi.de/mekkaekke/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> ) Hat sich also doch gelohnt!]<br />
Das war in dem Moment aber gar nicht so wichtig, denn auf der Bühne ging es ziemlich ab. Ich hab so piehmaldaumen 7 Leute gezählt. Ein paar Dudeldinger, glaube 3 Gitarren und ein großes Trommelungeheuer. </p>
<p><a href='http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-006.jpg'><img src="http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-006-300x199.jpg" alt="" title="cf_bonn-006" width="300" height="199" class="aligncenter size-medium wp-image-18" /></a></p>
<p>Ich kannte keines der Lieder, aber der Rhythmus hat überzeugt und so tanzten die meisten Leute.<br />
Zwei sehr ansehnliche Tänzerinnen (mit traumhaften Kostümen) vervollständigten ab und zu das Bild und heizten dem Publikum noch mehr ein.</p>
<p><a href='http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-007.jpg'><img src="http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-007-300x199.jpg" alt="" title="cf_bonn-007" width="300" height="199" class="alignnone size-medium wp-image-19" /></a></p>
<p>Schade war allerdings, dass die Musik so laut und die Mikros so dumpf waren, dass man den Text nicht verstehen konnte. Als die ersten Töne einsetzten, hatte ich eine kurze Vision von einem kleinen Kobold, der mit großen, weit ausholenden Schritten und roter Zipfelmütze über die Bühne schreitet und über dem Kopf ein riesiges Schild trägt <strong>Achtung: Bei dieser Lautstärke verlieren Sie Ihr Gehör!</strong></p>
<p>Das Konzert war viel zu schnell vorbei, wir hielten unseren 4. Met in der Hand und waren schon ganz schön waggelisch in der Birne. Die Leute von Cultus Ferox mischten sich unters Volk und wir versuchten verzweifelt aufrecht zu gehen, der Met hatte es ganz schön in sich!</p>
<p>Mehrfach ging ich zum Bahnhof, um die Fahrzeiten für den Zug rauszubekommen. Es war noch nicht einmal Mitternacht. Aber irgendwie konnte ich keinen klaren Blick erfassen (ob ich auch geschielt habe? das bild war immer so unstet) und realisierte nicht wirklich, ob ein Zug fährt und wann. Ich wusste ja nicht mal die genaue Uhrzeit. Zurück in der Klang beschloss ich mutwillig mit dem großen, weißen Telefon zu reden (hier taucht jetzt quasi die Lauch-Käse-Suppe wieder auf) und holte in den Metgläsern Leitungswasser für unsere geschundene Blutbahn. CelticNights und Maugrause waren phantastischer Stimmung.</p>
<p>Aber so ganz war es nicht mehr auszuhalten und wir versuchten NOCH einmal, eine Fahrzeit vom Zug rauszubekommen. Wir scheiterten erneut. CelticNights war es dann, der eine bestechende Entdeckung machte: Hey, da stehn Taxis!<br />
Wir fragten, wieviel die Fahrt nach Duisdorf kostete. Dann gabs sowas wie ein Loch im Raum-Zeit-Gefüge und wir sassen in einer molligen C-Klasse mit schwarzem Lederbezug. Das können sich die meisten vielleicht nicht vorstellen, wie abwegig es ist, dass ich mit einem Taxi fahre. Zumal zu einer Zeit, wo noch reguläre Busse und Bahnen fahren. Taxi ist zwar bequem, aber teuer. Taxi heisst Notlösung. Schlimmer gehts dann eigentlich nimmer. Met ist verdammtes Teufelszeug! Nehmt euch ja in Acht!</p>
<p>Schwuppdiwupp waren wir zuhaus und drückten die 18 Euro an den Taxifahrer ab.<br />
Zuhause machte ich mehrfach den Versuch, eine Kanne Wasser aufzustellen, der mehrfach von Maugs fahrigen Bewegungen unterbrochen wurde. Der Teppich wurde mit jedem Schwabber nasser und das geholte Himmelblaue Handtuch, das ich irgendwann mal in einer Klosterschule geklaut hab, war patschnass.<br />
Ich gab es auf und kuschelte mich in mein Bettchen. CelticNights kuschelte sich auf die Retro-Matratze der Wg und Maug verschwand noch mal ins Bad <em>to yawn in technicolor</em>. Sie hat ziemlich laut gegähnt, was uns amüsierte. Licht gelöscht, ein glorreicher Abend neigte sich dem Ende, obwohl es gerade mal Mitternacht war.</p>
<p>Verdammter Met.</p>
<p>Als ich nachts ins Bad tappte, war ich froh, dass ich nur langsam und schwankend vorwärts kam. Bei ihrem Telefonat mit dem großen, weissen Telefon hat Maug unser Bad von der Tür bis zur Schüssel einmal vollgekotzt. Sie hat dabei immerhin mit zwei Lauchröllchen auch die Schüssel getroffen (hier taucht unser Abendessen jetzt zum letzten mal auf). Zum Glück ist unsere Mitbewohnerin, die jetzt ausziehen will, weil wir ihr <em>irgendwie zu dreckig</em> sind, nicht als erste über Maugs Hinterlassenschaften geschliddert.</p>
<p>Der nächste Tag war grauenhaft. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich meinen Magen durch das Seminar um 8 Uhr bekommen habe &#8211; aber es ist halt schon von Vorteil, wenn mein Name auf der Anwesenheitsliste steht. Ich weiss noch, dass ich einen Vorschlag über den Handel mit Tierfellen gemacht hab und mich alle empört ausgelacht haben. Dabei war mein Vorschlag gut.<br />
Ich schwiff ab &#8211; dabei fehlt doch noch ein Fazit.</p>
<p>Die Band ist geil, ich will die wiedersehen.</p>
<p>Es war eines der besten Konzerte, die ich je besucht hab. Das hängt natürlich nicht direkt damit zusammen, dass der Abend auch Maugs allerallerersten Filmriss zur Folge hatte.<br />
Auf den nächsten Mittelaltermarkt muss ich dann wohl mal mitkommen und dann mach ich auch Fotos und Werbung in eigener Sache. Meine URL kann man sich wenigstens merken.</p>
<p>Achja, und</p>
<p>CULTUS<br />
FEROX!</p>
<p>Das Konzert ist nun einige Tage her und ich habe tatsächlich die komplette Adresse der website der Fotografen rausbekommen, weil mir eine nette Frau vom CF-Fanclub geschrieben hat. Als ich Bombadil von <a href="http://www.jarwinbenadar.de/">JARWINBENADAR (!!!)</a> anschrieb, ob sie Fotos für meinen Artikel bereitstellen würden, bekam ich innerhalb weniger Stunden(!) eine sehr nette Antwort. Die Website ist sehr sehenswert! Es gibt sehr schöne Konzertfotos und Konzertberichte, Interviews. Der Konzertbericht zu demselben Abend befindet sich hier: <a href="http://jarwinbenadar.de/Tourberichte/CF_Bonn06.htm">Konzertbericht auf Jarwinbenadar</a></p>
<p>Da sind viel gehaltvollere Infos drin als hier in der Mekkaekke, also müssts ihr alle dahingehen, wenns ihr was über die Band wissen wollt.<br />
In dem Bericht ist von 10 Leuten auf der Bühne die Rede. Hab ich mich wohl verschätzt. Außerdem ist ein Bild von ihm da da:</p>
<p><a href='http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-011.jpg'><img src="http://www.gahi.de/mekkaneu/wp-content/uploads/2008/06/cf_bonn-011-300x199.jpg" alt="" title="cf_bonn-011" width="300" height="199" class="aligncenter size-medium wp-image-20" /></a></p>
<p>Wer zur Hölle ist das??? Den hab ich noch nie gesehen. Ich weigere mich, einzugestehen, dass er an diesem Abend in der Klange gewesen sein muss&#8230;</p>
<p>Auf jeden Fall finde ich es total super, dass Bombadil die Fotos zur Verfügung gestellt hat! Dickes Dankeschön!</p>
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