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	<title>Mekkaekke &#187; Studentenleben</title>
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	<description>Willkommen zur ultimativen Mekka Ekke!</description>
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		<title>Netter Brief für unseren Vermieter</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Feb 2011 11:37:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kakamon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenleben]]></category>

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		<description><![CDATA[ohne Kommentar, der folgt vielleicht irgendwann nochmal: Sehr geehrter Herr Lüning, nach unserem Telefonat vom 29.03.2009 möchten wir Sie noch einmal schriftlich darauf hinweisen, dass wir die nicht uns gehörenden Gegenstände auf dem laut Mietvertrag uns zur Verfügung gestellten Dachboden nicht entsorgen werden. Der Speicher ist nicht abschließbar, so dass nicht nur wir, sondern jeder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2011/02/netter-brief-fur-unseren-vermieter/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>ohne Kommentar, der folgt vielleicht irgendwann nochmal:</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size: small">Sehr geehrter Herr Lüning,</span></p>
<p><span style="font-size: small">nach unserem Telefonat vom 29.03.2009 möchten wir Sie noch einmal schriftlich darauf hinweisen, dass </span><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">wir die nicht uns gehörenden Gegenstände auf dem laut Mietvertrag uns zur Verfügung gestellten Dachboden nicht entsorgen werden. Der Speicher ist nicht abschließbar, so dass nicht nur wir, sondern jeder Mieter im Haus Zutritt zum Dachboden hat. Wir wissen daher nicht, welche eingelagerten Gegenstände von anderen Mietern oder von ehemaligen Mietern sind. Außerdem wurde kein Übergabeprotokoll beim Einzug angefertigt, so dass nicht nachweisbar ist, welche Gegenstände von Vormietern zurückgelassen wurden. Die diesbezügliche Beweispflicht liegt beim Vermieter.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">Gemäß § 49 Abs. 4 der Bauordnung NRW muss jede Wohnung über einen Abstellraum verfügen, der mindestens 6 qm groß sein soll. Die Abstellflächen dürfen bei der Berechnung der Mietfläche nicht berücksichtigt werden. Offensichtlich soll der Dachboden der uns laut Gesetz zustehende Abstellraum sein. Falls aus Brandschutzgründen die Nutzung des Dachbodens als Abstellraum nicht zulässig ist, erwarten wir alternativ die alleinige Nutzung eines abschließbaren Kellerraumes.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">Weiter weisen wir Sie darauf hin, dass wir mit einem weniger als 1 qm fassenden Raum im Keller nicht zufrieden sind. Gerne geben wir uns allerdings mit einem zwischen 4 und 6 qm fassenden Abstellraum zufrieden. Wenn Sie mit dem Umbau des abschließbaren Kellerraumes fertig sind und uns einen solchen zur Verfügung stellen können, geben Sie uns doch bitte Bescheid, so dass wir dann gerne die uns gehörenden Kartons vom Dachboden in den Keller räumen werden.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">Wir begrüßen es sehr, dass Sie sich zum Thema Brandschutz Gedanken machen. Vielleicht können Ihnen in diesem Zuge folgende Hinweise behilflich sein: Es fehlen Feuerlöscher und Brandmelder im Treppenhaus und die Eingangstüren zu den Wohnungen haben keine Brandschutztüren. Welcher zweite Fluchtweg ist für die Dachgeschossbewohner vorgesehen? Da das Treppenhaus aus Holz ist, besteht erhöhte Brandgefahr. Eventuell haben Sie ja bei den anstehenden Umbauarbeiten die Möglichkeit, auch diese Punkte zu berücksichtigen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">Mit freundlichen Grüßen,</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif"><span style="font-size: small">&#8230;<br />
</span></span></p>
<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2011/02/netter-brief-fur-unseren-vermieter/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p>]]></content:encoded>
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		<title>Studienbeiträge</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 14:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin gerade etwas aufgebracht. So geht es mir öfter, wenn es um studentische Angelegenheiten geht. Es geht um die viel beschworenen Studiengebühren, äh, Studienbeiträge. Letzterer Begriff wird von der Universität bevorzugt gebraucht, weil der nicht so nach sozialer Ungerechtigkeit klingt. Die Studienbeiträge belaufen sich bei der Uni Bonn auf 500 Euro. Das ist der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2008/02/studienbeitrage/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Ich bin gerade etwas aufgebracht. So geht es mir öfter, wenn es um studentische Angelegenheiten geht. Es geht um die viel beschworenen Studiengebühren, äh, Studienbeiträge. Letzterer Begriff wird von der Universität bevorzugt gebraucht, weil der nicht so nach sozialer Ungerechtigkeit klingt.<br />
<span id="more-52"></span><br />
Die Studienbeiträge belaufen sich bei der Uni Bonn auf 500 Euro. Das ist der Maximalbetrag, der von den Unis erhoben werden kann und mit dem Beschluss, in NRW Studienbeiträge einzunehmen, ließ die Uni Bonn synchron verlauten, dass sie das volle Maß des gesetzlichen Rahmens, also besagte 500 Euro, ausschöpfen bzw. abschröpfen will. Mit den &#8220;Sozialbeiträgen&#8221; (besonders blumig formuliert, ich bin begeistert!), belaufen sich die Kosten für ein Semester an der Uni Bonn auf 660 Euro. Dieser Betrag deckt reichlich reichlich die Kaltmiete für drei Monate in unserer WG ab und ist auch zu zahlen, wenn man überhaupt keine Lehrveranstaltung mehr in Anspruch nimmt.</p>
<p>Ich habe meine letzte Lehrveranstaltung im Februar 2007 beendet. Seitdem habe ich an meinem Diplom gearbeitet, keinerlei Betreuung oder Geräte in Anspruch genommen und durfte trotzdem weiter zahlen. Die Geräte, die ich für die Durchführung meiner Diplomarbeit benötigte, musste ich mir komplett selbst anschaffen, was meine gesamten Ersparnisse und Verdienste während der Arbeit aufgefressen hat. Der Rechner und die Software, die das Institut mir zur Auswertung der Daten zur Verfügung stellen wollte, stand knapp 4 Monate vor der Abgabe der Arbeit im Büro. Das ist ein bißchen knapp, wenn man bedenkt, dass man auch Zeit zum Schreiben braucht und 1000 Euronen für die Durchführung der Arbeit gelatzt werden. Von mir.</p>
<p>Nachdem ich im SS 2008 meine Prüfungen ablegen und mitten im Semester mein Studium abschließen werde, interessiert mich natürlich, ob ich auch dafür noch einmal die gar nicht sozial ungerechten Studienbeiträge zahlen muss. Ich muss, natürlich. Warum auch nicht? Es gibt keine Befreiung für Studierende, die keinerlei Uniressourcen mehr in Anspruch nehmen und keinerlei Rückerstattung eines Teils der Gebühren, wenn man während des laufenden Semesters sein Zeugnis in der Hand hält. Jedes angebrochene Semester wird bezahlt. Ich vermute, dafür gehen alle Marketingstrategen vor dem Dekan auf die Knie. Wo es doch normalerweise üblich ist &#8211; bei Telefonverträgen z.B. &#8211; nur die in Anspruch genommene Leistung zu bezahlen. Für alles andere hat man eine Kündigungsfrist. Nur nicht bei der Uni.</p>
<p>Ich sollte mich glücklich schätzen, die nachfolgenden Semester mit meinen 1500 ohne Gegenleistung bezahlten Euronen zu unterstützen. Tut nichts zur Sache, dass ein Viertel der Beiträge auf &#8220;fakultätsübergreifende Maßnahmen verwendet&#8221; wird, also auf irgendwelchen übergeordneten Verwaltungsebenen hängenbleibt. Ein weiterer Teil geht, nach Aufschlüsselung des Akadem. Direktors der Geographie direkt zurück an die NRW-Bank, die &#8220;Bildungsdarlehen&#8221; (zu einem Zinssatz von stolzen 6%)) finanziert. Ein schöner Geldkreislauf, wir sind schon verdammt nah dran an Liechtenstein.<br />
Drei Viertel der Beiträge werden angeblich in die &#8220;Verbesserung der Lehre in den Fächern und Fakultäten&#8221; gesteckt. Deswegen sind wahrscheinlich seit Einführung der Studienbeiträge Lehrveranstaltungen im Fachbereich Biologie gekürzt worden, allen voran die Exkursionen.</p>
<p>Aber darüber hinaus hat sich die Uni Bonn noch eine weitere ganz feine Geldeinnahmequelle geschaffen: Studierende aus dem europäischen Ausland zahlen <em>zusätzlich</em> zu Studienbeitrag und Sozialbeitrag einen &#8220;Betreuungsbetrag&#8221; von 150 Euro pro Semester, natürlich ohne betreut zu werden. Aber damit nicht genug. Studierende aus dem europäischen Ausland müssen außerdem 50 Euro &#8220;Auswahlgebühr&#8221; bezahlen, wenn sie ein Studium an der Uni Bonn beginnen wollen. Was für ein wunderschönes Beispiel dafür, wie wirksam latenter Rassismus sein kann.</p>
<p>Aber auch der Sozialbeitrag hat eine Entwicklung hinter sich, vor der ich hochachtungsvoll den Hut ziehe:</p>
<p>Als ich angefangen habe zu studieren, das war im Jahr 2002, wurden für den Sozialbeitrag 105 Euro veranschlagt. Bei der ersten Erhöhung im folgenden Jahr wurde diese Erhöhung noch begründet. </p>
<p>Mittlerweile beläuft sich der Sozialbeitrag auf 160 Euro, ohne Begründung. Begleitend dazu hat sich der<br />
Preis für das Mensaessen seitdem um 50ct/Essen erhöht, da  &#8220;Die Situation auf dem Weltmarkt [...] so angespannt [ist], dass sich die Preise für verschiedenen Rohstoffe bis nach Bonn bemerkbar machen.&#8221; (<a href="http://studentenwerk-bonn.de">studentenwerk bonn</a>). Aha, verstehe. Das ist durchaus nachvollziehbar, bei der überregional bekannten Qualität des Luxusessens in der Mensa.<br />
Wegen dem Weltmarkt wurde dann auch in der Pop-Mensa eine völlig sinnfreie Wand gebaut, um die Massen zu lenken, falls sie den Treppenaufgang zum Essen nicht finden.</p>
<p>Aber jetzt gelang der Uni Bonn tatsächlich noch ein weiterer Coup. Die Einführung des NRW-Tickets ermöglicht nicht nur den Studenten das Nutzen des Regionalverkehrs in ganz NRW, sondern auch eine erneute Erhöhung des Sozialbeitrages. Bis zum WS 09/10 sind das um die 40 Euro, danach wird der Preis vermutlich ziemlich kräftig angezogen, wegen Benzinpreisen, Strompreisen und natürlich dem Weltmarkt. Mindestens 30% der Studierenden hätten sich bei der Urabstimmung positiv für das Ticket und die zusätzlichen Kosten aussprechen müssen. Diese 30% entsprachen gerade mal der Wahlbeteiligung und von den abgegebenen Stimmen waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  nicht 100% für das Ticket. Macht nix, das Ticket kommt trotzdem. Und da <em>nicht</em> alle Studierenden in NRW rumgondeln oder nach Hause fahren und es für diese demnach rausgeschmissenes Geld ist, machen wir das doch gleich für <em>alle</em> Studierenden obligatorisch. Ich würd zu gern wissen, welche Summe die Uni für diesen Deal mit den Verkehrsbetrieben kassiert hat.</p>
<p>Das heißt, dass sich der Beitrag für ein Semesterbeitrag für das WS 08/09 auf 700 Euro beläuft. Ein Betrag, der auch die Warmmiete während einer 3monatigen Wohnzeit in unserer WG abdeckt.</p>
<p>Applaus!</p>
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		<title>Mitbewohner</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Mar 2006 11:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Erlebnisse, nach denen man an Gott, dem Schicksal und dem Leben im allgemeinen zweifelt. Gegen das, was ich jetzt mit Floh erlebt habe, ist Murphys Law ein Kindergeburtstag und Douglas Adams &#8220;Herz aus Gold&#8221; mit dem unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive ist nicht mehr als ein &#8220;netter Versuch&#8221;. Aber ich sollte besser von vorn anfangen&#8230; Irgendwann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2006/03/mitbewohner/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Es gibt Erlebnisse, nach denen man an Gott, dem Schicksal und dem Leben im allgemeinen zweifelt. Gegen das, was ich jetzt mit Floh erlebt habe, ist Murphys Law ein Kindergeburtstag und Douglas Adams &#8220;Herz aus Gold&#8221; mit dem unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive ist nicht mehr als ein &#8220;netter Versuch&#8221;.<br />
Aber ich sollte besser von vorn anfangen&#8230;<br />
<span id="more-40"></span><br />
Irgendwann im Dezember des letzten Jahres heiratete unvermittelt mein Mitbewohner Jan, mit dem ich schon seit über drei Jahren eine Wg teilte. Unvermittelt ist wirklich das treffendste Wort, denn er vergass zuerst, uns von der Verlobung in Kenntnis zu setzen, später auch fast den Hochzeitstermin und beinahe auch das Einladen der Gäste. Trotz aller Widrigkeiten wurde es ein rauschendes Fest, das darin gipfelte, dass Jan Ende Januar aus der Wg auszog. Er fand mit seiner Frau Jessi eine Wohung und alles war gut, zumindest für ihn.</p>
<p>Zuerst schien es kein Problem, einen neuen Mitbewohner zu finden, denn Matthias, ein langjähriger Freund der Wg, war gerade von seinem einjährigen Selbstfindungstrip in Südafrika wiedergekommen und suchte eine Bleibe. Das traf sich gut &#8211; er zog vorrübergehend in das Zimmer. Man verstand sich. Dem Glück stand nur die Vermieterin im Wege. Da Matthias gerade aus Südafrika kam, war er arbeitslos, weswegen unsere Vermieterin ihn nicht als Nachmieter akzeptierte. Obwohl sie die Miete direkt vom Amt überwiesen bekommen hätte. Es führte kein Weg in eine Wohngemeinschaft mit Matthias.<br />
Alles halb so wild.<br />
Wir hatten genug Zeit, einen neuen Kandidaten zu finden.</p>
<p>Es fanden sich wirklich schnell welche. Zum einen Marlene, die eine Kommilitonin von mir ist und gerade aus Riesen-Silberfischchengründen eine neue Wohnung suchte. Zum anderen eine Bekannte von Matthias, die auch ein Dach über dem Kopf brauchte.<br />
Blöd nur, dass Matthias jene Bekannte nicht mehr erreichte. Blieb Marlene. Sie zeigte sich wirklich sehr interessiert, hatte &#8211; ihrer Gewohnheit nach &#8211; schon etliche Male den Gedanken im Kopf hin- und hergewendet und sich schliesslich FÜR einen Einzug entschieden. Gefiel uns gut. Ihr Freund, der mich seit dem ersten Semester wohl schon nicht leiden kann, wollte sich das Zimmer auch noch anschauen. Das genügte, um die dreifache Zusage und einwöchigen Überlegungen Marlenes innerhalb eines Abends zunichte zu machen.</p>
<p>Sie wollte doch nicht mehr.</p>
<p>Das war zwar angesichts des voranschreitenden Monats Februar nicht sonderlich günstig, aber auch nicht SO schlimm. Wir hatten schliesslich noch zwei Wochen Zeit. Auf die von Jan und Matthias geschalteten Anzeigen meldete sich seltsamerweise erstmal niemand. Nach einer weiteren fruchtlos verstrichenen Woche wurde ich unruhig und setzte noch eine Anzeige auf die Seite, wo ich damals meine hoissgeliebte Haus-Wg gefunden hatte. Es meldeten sich prompt sagenhafte 5 Leute.</p>
<p>Der erste, Felix, kam direkt am nächsten Tag. Das äussere Erscheinungsbild war überwältigend. Leider aber nicht überzeugend. Er schlürfte in die Wohnung, hatte sein Käppi tief ins Gesicht gezogen, die Hosen hingen in den Kniekehlen&#8230;ich will ja nicht meine Vorurteile SO ausleben&#8230;aber eigentlich ging es bei dem nicht anders. Er war desinteressiert und wenn der Typ tatsächlich sowas wie Augen haben sollte, dann mussten sie irgendwo da hinter den riesigen, schwarzen Ringen liegen. Er kam für uns erstmal nicht in Frage. Es werden schon noch bessere kommen, dachten wir so für uns.</p>
<p>Am folgenden Samstag, der nochfolgendere Mittwoch wäre Einzugstermin gewesen, begann dann ein Besichtigungsmarathon. Erst Kim, dann Dirk, dann Peter, dann Stefanie. Erst eine Historikerin, dann ein Physiker, dann ein Wiwischaftler, dann eine Hunsrückerin. Am Telefon klangen sie auch alle ganz nett.<br />
Kim war auch sehr nett. Wollte auch einziehen, aber sie war gerade 5 Minuten weg, da fiel uns auf, dass sie vergessen hatte, uns ihre Handynummer zu geben. Es werden schon noch bessere kommen, dachten wir so für uns.</p>
<p>Dann kam Dirk. Er schien von irgendwem ganz Gemeinem eine rohe Zwiebel und 4 Chilis in den Popo gesteckt bekommen haben. Er war ausser Rand und Band, übereifrig, hibbelig, trotz allem nicht unsympathisch. Ertragbar, dachten wir so für uns.</p>
<p>Der nächste war Peter, der einen etwas seltsamen oberlehrerhaften Freund mitbrachte. Peter hatte eine riesige Nase und der Freund ein Bierbäuchlein und eine Wintermütze auf. Dafür keine Jacke. Etwas seltsame Typen, aber ertragbar, dachten wir so für uns und ausserdem &#8211; wer weiss, vielleicht kommt ja tatsächlich noch eine bessere.</p>
<p>Steffi kam. Eine Stunde zu früh, aber das ist besser als zu spät. Sie beschäftigte sich direkt mit meinen Kleintierterroristen, wollte Geo studieren. Wir verstanden uns prächtig und uns war eigentlich direkt klar, dass sie einziehen sollte. Es passte einfach.</p>
<p>Wir gingen zuerst noch einkaufen, kochten und aßen Zwiebelkuchen und wollten am Abend den Bewerbern bescheid geben. Wir riefen Steffi an. Pech, eine andere Wg hatte ihr eine halbe Stunde vorher zugesagt&#8230;und wer zuerst mahlt&#8230;MIST!<br />
Ausgerechnet unser Joker war schon vergeben. Die zweite Chance Kim konnten wir nicht kontaktieren, weil wir die Nummer nicht hatten.<br />
Also warteten wir etwas, ob sie sich von sich aus melden würde. Der etwas finsetre Felix rief an und wir sagten ihm vorsichtshalber schon mal ab.<br />
Als Kim sich nicht meldete, versuchte ich, Peter zu kontaktieren. Er war nicht erreichbar. Er hat bis heute nicht auf die SMS geantwortet.<br />
Am nächsten morgen versuchte ich dann den letzten verbliebenen, Dirk-Physiker, zu erreichen. Er ging nicht ans Telefon.</p>
<p>Ich wurde nervös.</p>
<p>Irgendwann meldete er sich doch und wollte tatsächlich einziehen.<br />
Ich war beruhigt und konnte endlich nach Hause fahren.</p>
<p>Heute dann Flohs Telefonanruf. Eigentlich hätte alles glatt gehen sollen, die Vermieterin akzeptiere ihn, er würde schon Laminat legen unsoweiter. Der Nachteil: Er redete sehr pflichtbewusst und laut mit sich selbst. Nichts ala: &#8220;Ach, ich Idiot! Jetzt hab ich das vergessen!&#8221;<br />
Nahain! wenn schon, dann volle Breitseite. Er führte richtige Dialoge mit sich. Unverständlich, aber dafür laut.</p>
<p>Ich riet Floh, ihn darauf anzusprechen und er brachte in Erfahrung, dass Dirk schizophren sei, vor einem Jahr einen Anfall gehabt hätte, bei dem er in der Geschlossnen gelandet wär, ans Bett gefesselt und mit aller Schikane.<br />
Seine Taktik bei der Wohnungssuche wär, den Leuten nicht zu sagen, dass er krank sei und seine Medikamente nicht nehme.</p>
<p>Ist wirklich durchdacht, angesichts dessen, dass er so laut mit sich selbst krakeelt, dass man es in der ganzen Wohnung hört. Wir legten ihm aus verschiedenen Gründen nah, auszuziehen.<br />
Er tut das auch. Mittlerweile ist der 8. März und wir haben es in eineinhalb Monaten nicht geschafft, einen Nachmieter zu finden.</p>
<p>Dabei hatten wir 8(!) potentielle Kandidaten. Einer fiel nach dem anderen durch obskurste Gründe aus. Das wäre nicht so schlimm. Wäre der letzte verbliebene nicht ausgerechnet schizophren!</p>
<p>Nun werden Floh und ich anfangen Lotto zu spielen. Denn soviel Glück auf das Unwahrscheinlichste sollte man wahrlich nutzen!</p>
<p>Und der Spass geht weiter.</p>
<p>Mittlerweile haben wir insgesamt 30(!) Bewerber gehabt. Davon waren insgesamt etwa 22 da. Davon ist doch tatsächlich auch einer übrig geblieben, der bei uns einziehen wollte (und nicht etwa ne Wohnung weiter im Zentrum oder mit noch geringerer Miete suchte). Der Auserwählte heisst Daniel und wir waren guter Dinge, es vor Ende des Monats zu einem Mietvertrag zu bringen. Daniel versuchte die Vermieterin zu kontaktieren, vergeblich. Er hat es anderthalb Tage per Telefon versucht, ging aber nur ein seltsames Faxgerät ran. Also faxte er sein &#8220;Bewerbungsschreiben&#8221; inklusive Verdienstbescheid hin. Er verdient 650 Euro. Die Kaltmiete beträgt 200,-. Er verdient also mehr als das Dreifache. Das scheint unserer Vermieterin aber nicht zu genügen(weil er zwar 23, aber noch Lehrling ist). Sie will trotzdem eine Bürgschaft der Eltern. Auf die Frage hin, warum er dann eigentlich noch Kaution zahle, konnte sie nicht antworten. Dummerweise hat Daniel mit seinen Eltern gerade so einen Stress, dass er nicht glaubt, dass er von ihnen eine Bürgschaft bekommt. Aber nach Betteln und Drängeln rückte sie wenigstens eine Telefonnummer raus. Sie darf allerdings nur halb 12 angerufen werden, Dienstags freilich gar nicht.</p>
<p>Sie machte dann den glorreichen Vorschlag, dass entweder Floh oder ich als Hauptmieter eintreten sollen und die jeweils anderen als Untermieter in Vertrag nehmen. Dabei sollen die zuständigen Eltern dann für die gesamte Wohnung bürgen. Also indirekt für alle anderen Mitbewohner auch. Dann hat die Süsse keinen Ärger und kriegt pünktlich ihr Geld rein. Den Stress haben wir.</p>
<p>Wie hat Mama es so treffend ausgedrückt?<br />
Scheissspiel.</p>
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		<title>Überlebenskünstler</title>
		<link>http://www.gahi.de/mekkaekke/2006/01/uberlebenskunstler/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2006 14:49:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studentenleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Man trifft während des Studiums die unterschiedlichsten Typen. Manche sind nett, manche weniger und mit den meisten möchte man nicht unbedingt seine Freizeit verbringen. In meinem jetzigen Blockpraktikum sehe ich ziemlich viele, die sonst nur molekularbiologische Sachen gemacht haben. Sie sind etwas anders als die Leute, die man so in den Systematik/Freiland-Veranstaltungen trifft. Ziemlich anders. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2006/01/uberlebenskunstler/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Man trifft während des Studiums die unterschiedlichsten Typen. Manche sind nett, manche weniger und mit den meisten möchte man nicht unbedingt seine Freizeit verbringen.<br />
<span id="more-53"></span><br />
In meinem jetzigen Blockpraktikum sehe ich ziemlich viele, die sonst nur molekularbiologische Sachen gemacht haben. Sie sind etwas anders als die Leute, die man so in den Systematik/Freiland-Veranstaltungen trifft. Ziemlich anders.</p>
<p>Da ist ein Mädel, etwas unscheinbar, Brille, kurze blonde Haare und Nadelstreifenbluse mit Pullover drüber. Das heisst, sie müsste aufgrund der Klamotten eigentlich Jura studieren. Tut sie aber nicht.<br />
In der Mittagspause vor ein paar Tagen hab ich mich ein wenig mit ihr unterhalten &#8211; man muss ja auch mal seine Vorurteile beiseite lassen &#8211; und sie sich im direkten Dialog mit der betreffenden Person bestätigen lassen. Das ist viel wirksamer.</p>
<p>Es ging mit Musik los&#8230;Sie erzählte von ihren tollen Konzerten und wie sie von den grossen, starken Freunden ihres Bruders beschützt wird. Sie wär bei WIZO, Jimmy Eat World und Bad Religion gewesen, voll geschwärmt. Voll begeistert. Voll punkig. Saufen und abtanzen, auch Samstags mal in der N8schicht. Ich wüsst ja echt bessres als mit Turnschuhrockern rumzuhüpfen und mich wegen Stino-Mainstream-&#8221;Punk&#8221; rebellisch zu fühlen.<br />
Auch ihre Hose war zerrissen, mit tollem, kariertem Unterhosenfetzen als Sichtschutz drunter genäht. Echt ganz schön kuhl. Auswandern will sie auch, aber erst, wenn sie mit der Ausbildung fertig ist. Auswandern und zwar nach Norwegen. Erst holt sie sich vom Staat noch die Kohle, die ihr zusteht und dann haut sie ab. Das erzählt die einem alles in voll überlegtem, ernsten, langsamen Tonfall&#8230;</p>
<p>Alles klar. Ganz schön clever. Vor allem, wenn man Bafög-Höchstsatz(das sind derzeit 585,-) bekommt. Sie ist auch so ganz schön rabiat und so. Wenn jemand das Fenster aufmachen will, dann droht sie mit den Fäusten. Egal, dass der &#8220;Bedrohte&#8221; sie auch ohne Kampfsport mehr als fix in die Tasche stecken würde. Man hat das Gefühl, manche Leute machen jetzt die pubertäre Phase durch, die andere mit 16 schon hinter sich gelassen haben. Inklusive aller holen Phrasen und Albernheiten. </p>
<p>Die schönsten Offenbarungen gab es allerdings in der Mensa. Man würde sich ganz von allein angewöhnen, ordentlich zu sein, wenn man ganz allein wohnt. Alle um sie herum schüttelten leicht den Kopf, grinsend. Hat sie nicht mitbekommen, sondern lamentierte erstmal weiter: Naja, so superordentlich sei sie auch nicht&#8230;schon auch chaotisch und so. Sie wirft die Schmutzwäsche ja auch einfach in den Wäschekorb, ohne sie vorher zusammen zu legen.</p>
<p>Hachschön&#8230;und heute morgen ging es direkt weiter. Als man fragte, in welchem Semester und wie weit sie sei, kam die Antwort: Im neunten. Aber ich krieg Bafög-Höchstsatz&#8230;ich muss im Comic-Laden arbeiten, damit ich überhaupt was zu essen habe.</p>
<p>Meinlieberherrgesangsverein! Da staunt der Betrachter! Schmutzwäsche nicht zusammenfalten und hungern müssen, um sich das Studium zu finanzieren&#8230;<br />
Respekt, Du bist wahrlich eine Überlebenskünstlerin&#8230;in Deinem eigenen, ganz ganz grossen Comic.</p>
<p>Beneidenswert.</p>
<p>Aber es gibt eben auch eher schlichte Gemüter&#8230;</p>
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		<title>Asta Bonn</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2005 21:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gahi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Das alles fing ja eigentlich komplett harmlos an. Ich war mit Anna zur Vorlesung Zellbiologische Grundlagen humaner Erkrankungen (bitte flott und mit Betonung lesen) verabredet. Gehalten von einem älteren, sympathischen Professor mit Kartoffelnase im Ruhestand. Der Professer, nicht die Nase. Was keiner von uns beiden wusste: Die Vorlesung viel aus. Wir hatten also nicht viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class='fb-like'><iframe src='http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http://www.gahi.de/mekkaekke/2005/10/asta-bonn/&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light' scrolling='no' frameborder='0' allowTransparency='true' style='border:none; overflow:hidden; width:450px; height:65px'></iframe></p><p>Das alles fing ja eigentlich komplett harmlos an.<br />
Ich war mit Anna zur Vorlesung <em>Zellbiologische Grundlagen humaner Erkrankungen</em> (bitte flott und mit Betonung lesen) verabredet. Gehalten von einem älteren, sympathischen Professor mit Kartoffelnase im Ruhestand. Der Professer, nicht die Nase.</p>
<p>Was keiner von uns beiden wusste: Die Vorlesung viel aus.<br />
<span id="more-15"></span><br />
Wir hatten also nicht viele Möglichkeiten. Nach hause fahren oder eine Weile bedröppelt rumsitzen und überlegen: Was nun? Wir taten letzteres auf den wenigen unbequemen Stühlen, die in der Meteorologie rumstanden und blätterten unmotiviert in einer Basta, der legendären, super-informativen Zeitschrift des Asta Bonn. Uns schrie eine Überschrift an, in der irgendwas von Studiengebühren und Sommersemester stand. Im folgenden Artikel stand was von 500 Euro und für jeden, aber auch wirklich jeden.<br />
Meine Alarmglocken schrillten schon auf ganzganzlaut und ich schnappte noch ein Datum und eine Uhrzeit auf. Heute, 19.30, volle Information: wer muss wann was wieviel zahlen und überhaupt und Finanzierung, Nassemensa, Essen 2.</p>
<p>Ok.</p>
<p>Damit vergassen wir das ganze erst mal, fuhren zu mir, dem Kaffee- und Simpsonsgott fröhnen.</p>
<p>Am nächsten morgen hatte ich genug gefröhnt und mir fiel das viele viele Geld wieder ein. Fasste ich den Entschluss, dem AstaBonn noch mal eine Chance zu geben und hinzugehen. KakaMon scheuchte ich noch auf und so hatten wir viele gute Vorsätze. Ich wollte sicherheitshalber noch mal nachschauen, ob ich mir nichts falsch gemerkt hatte, besah die Homepage des Asta und fand nichts. Ich fand alle Astaausgaben, bis auf die neueste. Im Veranstaltungskalender stand gar nichts. Bis auf die Einträge vom Schwulenreferat. Ehrlich gesagt hielt ich den Asta eine Zeit lang für einen Trupp von Homos, als ich das las. Da war **nicht eine**  Veranstaltung ausserhalb des Schwulenreferats. <em>Schwule in Bonn</em>, dann <em>Schwule &#8211; Coming out</em> [Supersonderveranstaltung], <em>Wandern für Schwule</em>, <em>Schwule in Bars</em> und natürlich der Klassiker <em>Erstieeinführung</em>. Mir ists egal, wie der Asta zusammengesetzt ist, aber ich hätte gern diese einzige klitzekleine Information gehabt, <strong>OB</strong> und <strong>WANN</strong> und <strong>WO</strong> das denn nun genau stattfindet, denn aus Erfahrung weiss ich: Einem Gehirn ist nicht so ohne Weiteres zu trauen, vor allem nicht, wenns um Fragen des Gedächtnisses geht.</p>
<p>Ich wusste eine Lösung: Ich würde noch eben zur Vorlesung fahren und im Institut Ausschau halten nach einer der begehrten Basta-Ausgaben. So landete ich im Hörsaal, Basta durchblätternd und im Begriff ganz ehrlich an mir selbst zu zweifeln. Da stand zwar ähnliches drin, wie ich schon im Archiv der Basta online gelesen habe (nungut, da steht ja eh immer dasselbe drin), aber NICHTS von dieser Infoveranstaltung über Geld, Leid und Studieren. Verdammt. Ich war mir so sicher gewesen&#8230;ich hatte doch da sowas gelesen.</p>
<p>Die Kommilitonin neben mir gab mir freundlicherweise den Hinweis, es könnten ja auch noch andere, sprich: aktuellere Ausgaben der Basta vorn auf dem Fensterbrett liegen. Erst versuchte ich eine Verteidigung: &#8220;Nein, da liegen bestimmt nur die Neuesten vom Neuen&#8221;, kam aber direkt ins stottern und glaubte schon selbst nicht mehr dran. Ich sprang auf und fand auf dem Fensterbrett tatsächlich mehrere Ausgaben, darunter auch eine neue. Die 10 alten ließ ich links liegen und siehe da: Termin, Ort, Inhalt in meinem Gehirn stimmten mit dem in der Basta geschriebenen überein, natürlich nur was die Veranstaltung betrifft, und ich aktivierte KakaMon erneut.</p>
<p>Als wir dann in der Mensa ankamen, hatten wir schon ein etwas mulmiges Gefühl. Das verstärkte sich, als wir sahen, dass ausser ein paar Astaleuten selbst und ein paar skurrilen Typen, die sich als RCDS-Fanclub rausstellten, keine Sau da war.<br />
Missmutig und in Erwartung des Schlimmsten setzten wir uns. Während die Mikros noch getestet wurden, schüttete ich Wasser in den Salzstreuer und bemerkte KakaMon, dass irgendeine Haarspülung von ihr in der EInkaufstüte ausgelaufen ist.</p>
<p>Grossartig. Das Zeug roch, als würden wir gleich ganz schön auf der Reise sein, mir wurde schon so leicht schwummerich.</p>
<p>Ein untergewichtiger, aber ansonsten junger und schnittiger, Astaboy sprach eine kurze Einleitung ins überdrehte Mikro. Vorn waren Schilder der verschiedenen Hochschulgruppen platziert. Hinter jedem sass einer von diesen Typen, mit denen ich in meiner Freizeit nichts zu tun haben will. Wir mutmassten, dass die zum Lachen in den Keller gehen und immer, wenn sie mal ans Tageslicht kriechen, irgendwas für ihre feine Hochschulgruppe tun.</p>
<p>Die eigentliche Info ging los. Ich war bis zum Zerreissen gespannt. Ein älterer Mann sprach mit schrägem Akzent und erzählte was von Rot-Grün 1998 und dem Hochschulrahmengesetz. Über Blabla und Tüdeldü kam er zur Landtagswahl im Mai. Natoll. Ich wusste alles davon schon, Schnee von gestern. Ich wollte Fakten, nicht Geschichte.<br />
Dumm gelaufen, denn nachdem der ältere Herr fertig war, sollten sich die einzelnen Gruppierungen mit ihrer Meinung vorstellen, die Diskussionsrunde wurde gestartet. Dummerweise zierten sich diese dämlichen Hochschulgruppenflachzangen. Sowas! Sich mit irgendwelchen andern begrenzt begabten Typen über sowas wie annähernd-Politik unterhalten wollen und dann zu schüchtern sein um den Anfang zu machen?</p>
<p>Ganz grosses Tennis.</p>
<p>Die eine Tussi von ULF (was auch immer das heisst (ich kenn nur <em>Ulf und Zwulf, Knatsch am Sonntag</em>, und das war eine Kinderkassette mit doofen Liedern) begann mit: Ich bin die Angelika und ich studier im 5. Semester Jura. Naklar, Angelika oder Susanne oder Wieauchimmer. Jeder macht mal Fehler, ganz natürlich. Sie war mit ULF natürlich gegen Studiengebühren und fing an zu lamentieren.<br />
Mit jeder Seite, die sie zur Seite legte, weil abgelesen, wurden meine Augen grösser und entnervter. Wenn die alle so lange labern, sitzen wir morgen noch hier (und während ich das hier schreibe, sitzen die sicher noch da rum und die vorletzte Gruppe hat bestenfalls gerade begonnen). Meinlieberscholli. Mir muss doch keine Jurafotze im 5. erzählen, dass sie nichts von Studiengebühren hält. Ich WEISS, warum ich da was gegen hat, um mir sowas nochma anzuhören, bin ich nicht da.</p>
<p>Die drei seltsam anmutenden jungen Leute am Tisch vor uns grinsten sich einen ab.</p>
<p>Als die ULF-Uschi endlich fertig war, kamen die Jusos. Der Typ war Physiker und redete auch so.</p>
<p>Die drei Typen am Tisch vor uns grinsten immer noch.</p>
<p>KakaMon und ich begannen Galgenraten zu spielen.</p>
<p>Jeder musste den anderen einen Begriff aus dem eigenen Fachgebiet erraten lassen. Nachdem KakaMon <em>Trochophora-Larve</em> und ich <em>Mediantenverückung</em> erraten hatte, war der langsam fertig geworden und der Typ vom RCDS fing an zu labern.</p>
<p>Der war echt die absolute Granate. Geschniegelt, gebügelt und wahrscheinlich Generalhauptvorsitzendergeneral des Vereins. Der war nicht wie die vorangegangenen Gruppen gegen Studiengebühren, sondern eierte nur rum, die Unis würden ja Geld brauchen. Er war so clever, sich in seiner eigenen Argumentation zu verfitzen, erzählte nämlich, dass jetzt schon weitaus weniger Leute aus den sozial schwächeren Familien studieren als aus den stärkeren. Und dann versuchte der irgendwie noch den Bogen zu kriegen, dass das mit den Studiengebühren ja irgendwie trotzdem ausgeglichen werden könnte.<br />
Als der Trottel fertig war, waren die grinsenden Trottel am Tisch vor uns die einzigsten, die klopften.</p>
<p>Alles klar: der Pappi hat nen Goldesel und wenn die da im Fernsehen von Leuten reden, die unter der Armutsgrenze leben, dann übertreiben die nur.  Sich zu verschulden, bevor man weiss, ob man einen Job kriegt, ist auch nicht so schlimm, weil a) Der Pappi hat ja das Geld und b) Krieg ich ja die Kanzlei.</p>
<p>Ich wusste nicht so recht, ob ich denen ins Gesicht kotzen oder schlagen sollte. Wohl beides eher Verschwendung.</p>
<p>Als die Schnalle von den Grünen anfing zu reden, gingen wir.</p>
<p>Eine Stunde war vergangen und es ist nichts gesagt worden, was wir nicht schon vorher gewusst hätten.</p>
<p>Tolle Wurst, AstaBonn.</p>
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