Mekkaekke 

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Aachen, Alter!

Blogged in Allgemein by Gahi Montag Oktober 5, 2009

Ich war lange nicht in Aachen. Als meine Studienfreundin Anna kürzlich nach einem Jahr irischen Exils in die traute Heimat zurückzog und sich (ausgerechnet!) in Aachen niederließ, bot sich eine günstige Gelegenheit, diese Stadt mal wieder zu begutachten. Man hört ja so einiges, z.B. dass in Aachen, Alter, der Tod zuhaus sei.

Das wollt ich natürlich genauer wissen und machte mich letzten Freitag nachmittags auf den Weg. (weiterlesen…)

…Verschwindibus…

Blogged in Allgemein by Gahi Mittwoch September 30, 2009

Hier sind in letzter Zeit einige Artikel verschwunden. Einige stammten von anderen Autoren, andere haben irgendwem nicht in den Kram gepasst.

Da ich gern die Befehlshoheit über mein eigenes Blog habe, habe ich Artikel anderer Autoren vorsorglich entfernt, um keine Imageschäden, Rechtsstreitigkeiten oder böse Briefe zu provozieren. Ich halte es für besser, wenn keine Artikel anderer Autoren an dieser Stelle erscheinen – ich will einfach jederzeit selber entscheiden können, welche Beiträge öffentlich bleiben und welche nicht.

Es war eigentlich immer eine Stärke der Mekkaekke, dass Ärgernisse unverblümt ausgesprochen werden können oder satirisch überspitzt erscheinen. Für einige Leute ist das leider nur so lang witzig, solang es nicht ans eigene Fleisch geht. Eine unbedachte Bemerkung hat mir das offizielle Kündigen einer Freundschat (zumindest hielt ich es immer dafür) eingebracht und auch mit dem Entfernen der Absätze/Artikel war keine Versöhnung zu erzielen.

Ich muss gestehen, dass ich auf solche Kindereien keine Lust habe und es auch ein wenig schade finde, dass man nun auf die WGT-Artikel verzichten muß. Da ich außerdem ungern halbe Sachen mache, wird es nun keine Artikel/Absatzlöschungen/Entschuldigungen für meine Meinung o.ä. mehr geben. Die Erfahrung lehrt, dass es eh nichts bringt.

Der Beweis…

Blogged in Allgemein by Gahi Montag Mai 25, 2009

Die Theorie der ökologische Unschärferelation hat sich in den letzten Tagen mehr als bestätigt. Ich bin jeden Tag draußen und habe einiges gefunden, was andere verzweifelt suchen. Aber kein einziges Baumpiepernest, nach zwei Wochen Suche.

Ich bin jeden Tag mehrere Stunden draußen und bekomme so einiges zu sehen. Ich möchte eine kleine Liste machen von dem, was ich/wir statt Baumpiepernestern gefunden haben:

Säuger

  1. sehr viele Wildschweine, die im Idealfall spätestens nach einem Ruf “Schweinibus Verschwindibus!” und dreimaligem Klatschen verschwinden.
  2. eine Wildschwein-Totgeburt (!)
  3. Füchse
  4. viele Kaninchen und Feldhasen
  5. Rehböcke und Ricken
  6. das Nest einer Maus

Amphibien

  1. viele Grasfrösche
  2. Teichmolche (!)

“Reptilien”

  1. Sehr viele Zauneidechsen
  2. Waldeidechsen
  3. Blindschleichen
  4. Ringelnatter

Vögel

  1. Beim Waldschnepfen-Fang: 1 aggressiver Ziegenmelker (!), der fast ins Netz gegangen wär
  2. ein Insekten jagender Baumfalke (!)
  3. viele Schwarzkehlchen mit vielen Jungtieren
  4. ein ruffreudiger Schwarzspecht
  5. fütternde Heidelerchen

Außerdem hatten wir noch viele, viele Insekten, vor allem sehr schöne Libellenarten (Königslibelle, Plattbauch, Blaupfeil, gebänderte Prachtlibelle, eine Exuvie…). Ich hoffe, ich kann die Liste bald um ein paar Baumpiepernester und Jungtiere erweitern…

Die Ökologische Unschärferelation | Ecological Uncertainty Principle

Blogged in Allgemein by Gahi Dienstag Mai 19, 2009

Es ist Zeit, die Ökologische Unschärferelation zu definieren und beschreiben. Gleichbedeutend kann der Begriff Hauptparadoxon der Ökologie (Grand Paradox of Ecology) verwendet werden. Ich definiere dieses Naturgesetz wie folgt:

Das gleichzeitige Suchen und Finden eines ökologischen Interessenobjektes ist unmöglich. (Zwei Messgrößen eines Teilchens sind nicht immer gleichzeitig beliebig genau bestimmbar).

Als Beispiel sei folgende Situation angeführt. Zur Zeit der größten Brutaktivität sucht man mit 4 motivierten, eingearbeiteten Leuten Nester in Baumpieperrevieren, die exakt bekannt sind. Was niemand finden wird, sind Nester des Baumpiepers. Was man stattdessen finden wird, sind Nester von Organismen, die nicht von Interesse sind, wie z.B. Mäusen. Diese werden allen Bearbeitern unabhängig voneinander auffallen. Außerdem wird man etliche Eidechsen, Schmetterlingslarven, seltene Libellen und andere außergewöhnlich große und seltene Insekten finden. Geht man allerdings in dergleichen Jahreszeit hinaus, um Insekten zu bestimmen oder Eidechsen zu fotografieren, wird man diese niemals finden.

In seinen Folgen ähnelt die Ökologische Unschärferelation damit Murphys Law:  „Whatever can go wrong, will go wrong.“ bzw. „If there’s more than one possible outcome of a job or task, and one of those outcomes will result in disaster or an undesirable consequence, then somebody will do it that way.“

Als weiteres Beispiel sei das Suchen von Feldhamsterbauten angeführt. Führt man mit 10 Feldassistenten eine systematische Suche auf Feldern vor, auf denen Feldhamstervorkommen bekannt sind, wird man keinen Bau finden. Muss man wegen eines Platzregens schnell über das Feld zum Auto flüchten, werden 7 von 10 Helfern in eine 1.50m tiefe Fallröhre eines Feldhamsters treten, wobei sich zwei den Arm brechen werden, vier ein Bein und einer das Genick.

Das Königsbeispiel ist der Vogelfang: Gehst Du mit einer motivierten Gruppe Freiwilliger Abend für Abend hinaus, stellst ein Netz auf und versuchst Waldschnepfen zu fangen, so wird auch beim 10. Versuch noch kein Vogel im Netz gelandet sein. Alle Bemühungen, den Vogel zu fangen, wie das Anlocken mit Klangattrappe, das Blenden mit Licht oder das Vorgaukeln eines Weibchens mit einem Kinderball, wird die Chance, einen Vogel zu fangen schmälern statt steigern. Wenn Du allerdings ausversehen die Klangattrappe fallen lässt, weil Du Dir den Schuh zubinden musst, keine Hand frei hast für eine Taschenlampe oder einen Ball, so wird eine Waldschnepfe um die Ecke biegen und im Netz landen. Sie wird auf einer Flugbahn kommen, die sie nie genommen hat und nie wieder nehmen wird und in einer Höhe fliegen, die absolut untypisch ist. Sobald Du den Blick darauf wirfst und zum Netz springst, um sie zu befreien, wird sie sich freistrampeln und Du wirst an den nächsten 20 Abenden keinen Vogel näher als 300m an Dich herankommen sehen.

Analog wird Dir kein Vogel Deines Begehrs in Dein Netz fliegen, wenn Du es an beliebiger Stelle aufstellst, mit der Intention, Vögel zu fangen. Spannst Du es allerdings einmal zu vollkommen ungünstiger Zeit an der unwahrscheinlichsten Stelle auf, um es zu säubern, zu ordnen oder zu flicken, wird ein Schwarm von 50 Staren herbeikommen und sich dort so verfitzen, dass Du nicht nur Dein gesamtes Netz zerschneiden und wegwerfen musst, sondern auch 30 Vögel sterben, weil du allein nicht alle so schnell befreien kannst und es einfach zu unwahrscheinlich war, dass Du überhaupt einen Vogel zu Gesicht bekommst.

Auch in anderen Bereichen der Wissenschaft ist dieses Phänomen nicht unbekannt, so z.B. als “Finagles Informationsgesetz”:

  1. Die Information, die du hast, ist nicht die Information, die du willst.
  2. Die Information, die du willst, ist nicht die Information, die du brauchst.
  3. Die Information, die du brauchst ist für dich nicht erreichbar.
  4. Du kannst diese Information zu einem höheren Preis bekommen, als du zu zahlen bereit bist.

Beispiel: Ich kann auf alle Artikel des Journals der Britischen Ornithologengesellschaft, Ibis, zugreifen. Außer auf die letzte Ausgabe, die eine Publikation über den Bruterfolg des Baumpiepers in Abhängigkeit von verschiedenen Habitaten enthält, was inhaltlich meiner derzeitigen Studie entsprechen würde, gäbe es die Ökologische Unschärferelation nicht. Ich könnte den Artikel sicher für 30-130 US$ erwerben. Ein Artikel, den ich unbedingt wollte und mir kopieren konnte, ist auf niederländisch, was ich nicht beherrsche – somit vollkommen unnütz für mich.

Schließlich ist Finagles Gesetz auch aus der Experimentaltheorie bekannt. Das möchte ich nicht kommentieren, sondern in seinem Wahrheits- und Weisheitsgehalt einfach wirken lassen:

  1. Wenn ein Experiment funktioniert, ist irgendetwas nicht in Ordnung.
  2. Unabhängig vom Resultat eines Experimentes wird es immer jemanden geben, der es
    1. falsch interpretiert,
    2. trickreich frisiert oder
    3. glaubt, dass es seiner Lieblingstheorie entspricht.
  3. In einer beliebigen Datensammlung ist der Fehler dort, wo die Daten ganz offensichtlich richtig sind und deshalb nicht überprüft werden müssen.
    1. Jemand, den man um Hilfe bittet, wird den Fehler auch nicht sehen.
    2. Jemand, der zufällig einen Blick darauf wirft, sieht den Fehler sofort.

Sie machen ja…!

Blogged in Allgemein by Gahi Freitag Mai 15, 2009

Heute in der Bahn kam eine ältere Dame mit diesen Worten auf mich zugestürzt. Sie rief laut: “Sie machen ja Occhi-Arbeit!!!”. Beide schauten wir absolut entgeistert. Sie, weil sie keinen mehr kennt, der das noch kann. Ich, weil sie in zwei Jahren die erste Person ist, die diese alte Technik nicht nur erkennt, sondern auch noch ihren Namen weiß. Die Frau überschlug sich fast und erzählte mir, wie selten das wär und dass das niemand mehr beherrscht und dass sie eine uralte Frau kannte, leider längst verstorben, die Occhi beherrschte und dass sie selbst es nie gelernt hat und, und und. Dann ließ sie vor aller Aufregung alle Höflichkeit fahren und rief durch die halbe Bahn ihrem Mann zu “DIE MACHT OCCHI-ARBEIT!!!”.

Noch immer nicht beruhigt, fragte sie mich, was ich machen würde. Ich holte mein altes Buch von Emmy Liebert (“Schiffchenarbeiten II”) von 1920 heraus und zeigte es ihr. Sie riss es mir aus den Händen, staunte und lobte mich. Dann wollte sie wissen, ob ich eine Ausbildung mache, aber ich verneinte. Das wäre allerdings schon naheliegend gewesen, denn es fällt nicht vielen ein, eine fast vergessene Handarbeit zu erlernen, die ihre Hochzeit zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte. Auch wenn die Ursrpünge der Schiffchenarbeit (den deutschen Ausdruck liebe ich, das italienische Occhi find ich blöd, Italienisch ist generell blöd – Französisch für (ganz, ganz) Arme) wahrscheinlich im Mittelalter liegen, hat sich diese Knüpftechnik über mehrere Jahrhunderte entwickelt, bis sie im 18. und 19. Jahrhundert zur vollen Blüte kam. Damals wurde neben den typischen Ringen noch der Bogen entdeckt, so dass kunstvolle Muster entwickelt wurden, die die drei Hauptelemente der Schiffchenarbeit verbanden: Ringe, Bogen und Picots.

Angeblich ist diese Handarbeit durch die beiden Weltkriege in Vergessenheit geraten, da die Frauen dazu angehalten wurden, ihre Zeit nicht mit “sinnlosen” Handarbeiten zu vergeuden. Denn die Schiffchenarbeit wird in erster Linie als bloßer Schmuck, als Luxus angefertigt, was sich im französischen Namen “Frivolité” widerspiegelt. Wenn sich die Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schon den Handarbeiten widmeten, so sollten sie doch bitteschön Pullover für die armen Soldaten stricken. Ich finde diese Erklärung für das Vergessen der Schiffchenarbeit etwas zu einfach, denn andere Spitzenherstellungstechniken wie das Häkeln oder Klöppeln sind auch nicht in Vergessenheit geraten.

Die Dame wurde von ihrem Mann von mir weggezogen, weil beide aussteigen mussten. Im Gehen fragte sie: “was machen Sie mit dem Beutelchen? Das behalten sie doch?! Das verschenken Sie doch hoffentlich nicht?! Das…das ist etwas Königliches!”

Ich lächelte. Etwas Königliches…ja, das finde ich auch.

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