Mekkaekke 

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Freiland-Freude

Blogged in Allgemein,Konsumhölle by Gahi Mittwoch Mai 13, 2009

Nach einem absoluten Freiland-Frust-Tag gestern, hatten wir heute bei der Nestersuche endlich Erfolg!

Gestern haben wir das Seil ausprobiert und es hat eigentlich ganz gut funktioniert, es ist sehr widerstandsfähig und wenn es sich mal verheddert, verbiegt sich eher das zusammenhaltende Metall, als dass das Seil kaputt gehen würde. Leider haben wir kaum Vögelchen aufschrecken können – möglicherweise brüten sie noch nicht. In einigen Revieren ist die Erstbrut durch den teils starken Regen sicher stark geschädigt worden. Da wir die Anstrengung, so ein langes Seil durch die Vegetation zu schleifen, ernsthaft unterschätzt hatten, waren wir am Ende des gestrigen Tages unglaublich platt – oder wie der Ökologe zu sagen pflegt: “waldmatt”. Noch dazu hatten wir trotz all der Anstregung kein Weibchen zu Gesicht bekommen und waren dementsprechend frustriert.

Heute morgen trafen wir uns jedoch in aller Frische, waren motiviert und legten los. Das Seil ließen wir diesmal in den Packtaschen und nahmen stattdessen nur Ferngläser und Teleskop-Wanderstäbe mit. Wir verlegten uns auf’s Männchen beobachten. Das war teilweise auch recht erfolgreich, da sie sich gut von meinem Handyklingelton (ein Baumpieper-Gesang, natürlich!) provozieren ließen. Nachdem das erste Männchen sich standhaft weigerte, zu seinem Weibchen zu fliegen und uns damit einen Hinweis auf den Neststandort zu geben, gingen wir zum nächsten Revier.

Dort flog das Männchen laut singend zwischen 2-3 Singwarten umher. Neben der Hauptsingwarte sah die Bodenvegetation vielversprechend aus, so dass wir das Stück zweimal mit unseren Teleskopstöcken durchsuchten. Zum einen “drehten” wir die Vegetation richtiggehend um, zum anderen stießen wir weiter entfernt liegende Büsche kurz an, um ein möglicherweise brütendes Weibchen aufzuschrecken.

Tatsächlich flog direkt vor mir ein kleiner brauner Vogel auf und wir begannen, die Krautschicht intensiv zu durchsuchen – nichts. Wir wollten gerade aufgeben, da fiel mein Blick auf eine angefressene Calluna-Heide. Darunter: ein verlassenes Baumpieper-Nest. Da im Geisterbusch extensiv beweidet wird, war in dieser Nacht wohl die Ziegenherde im Baumpieperrevier unterwegs. Die Kotspuren direkt neben der Heide waren frisch und es war absolut eindeutig, dass das Vieh die Dachvegetation des Nestes aufgegessen hatte. Da Baumpieper bei der Brut sehr heimlich sind und ihr Nest zum Schutz vor Prädatoren gut unter Heide oder Bultengräsern verstecken, wurde das Nest ohne Sichtschutz nach oben verlassen.

Es liegt nur 6.50m von der Hauptsingwarte entfernt, der Nesteingang zeigt genau auf den Waldrand. Der Außendurchmesser beträgt 12-13cm, der Innendurchmesser 8cm. Das Weibchen hat für den Bau trockenes feines und grobes Gras verwendet. Am Nestgrund war etwas Moos zu erkennen, außerdem befanden sich alte Blätter von einer Birke und von Adlerfarn im Nest.

Hoffentlich macht das Paar eine Ersatzbrut. Da das Weibchen sich noch im Revier aufhielt, werden wir im Laufe der nächsten Woche noch einmal schauen, ob in der Nähe des verlassenen Nestes ein neues gebaut wird.

Der Ökologen Arbeit oder: motiviert statt reich

Blogged in Allgemein by Gahi Sonntag Mai 10, 2009

In diesem Frühjahr führe ich eine Studie zur Brutbiologie des Baumpiepers in der Wahner Heide durch. Ich hab drei motivierte Praktikantinnen und einen motivierten Professor, der ihnen Scheine für die Arbeit bei mir ausstellen wird. Das ist ein guter Deal, denn die Mädels erledigen ein Teil meiner Arbeit, müssen auf mich hören und bekommen dafür 1/7 ihres Hauptstudiums – quasi geschenkt.

Für die Untersuchungen im Feld braucht man allerhand Ausrüstung, denn es reicht nicht, den Baumpieper regelmäßig anzuschauen, sondern ich will auch wissen, wo seine Nester sind, wie die Struktur des Habitats aussieht und wie das alles miteinander zusammenhängt. Die Methoden dafür werden von Ökologen in Methodenhandbücher geschrieben, was meist einigermaßen putzig ist, weil hoch idealisiert. Man liest in diesen Büchern von 30m langen Spannschnüren und findet Abbildungen von 16m hohen Meßlatten, die neben Bäumen stehen. Wer ein paar mal in einem Wald oder Heidegebiet spazieren war, kann sich etwa vorstellen, dass die Schnur nicht zu spannen ist, weil im Zickzack-Kurs Bäume vor einem auftauchen. Und wie man eine 16m Latte, die stabil genug ist, dass sie gerade stehen bleibt, transportiert und (!) in einem Wald (!) aufstellt, hat sich mir noch nicht erschlossen.

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Normal?

Blogged in Medien by Gahi Freitag September 5, 2008

Die Bild-Zeitung, die ja gern die Bevölkerung in normal und pervers unterteilt, hat einen neuen Coup gelandet:

Das ist eine ganz ausgezeichnete, von Wissenschaftlern geprüfte Methode, um Menschen endlich als gut oder böse zu entlarven. Endgültig! Da kann man nichts verstecken. Wer hätte damit gerechnet, dass bei der Bild-Zeitung noch einmal sowas wie Selbstreflektion einsetzt ?

Als nächstes sollte die Bild-Chefetage mal die eigenen Redakteure auf Herz und Nieren prüfen, denn schließlich muß man als Massenmedium ja nicht nur verkaufen, sondern auch noch mit gutem Beispiel voran gehen. So wie unser lieber Franz Josef Wagner. Das ist dieser Typ, der Briefe an Gegenstände schreibt, sich im Kundtun seiner Meinung in einem Satz bestenfalls elf mal widerspricht und dermaßen ungebildet, häßlich und dämlich ist, dass es jeder Beschreibung spottet. Aber seht selbst:

Brennende Kinder? Alles klar, Wagner, alles klar!

Prioritäten

Blogged in Allgemein by Gahi Freitag August 29, 2008

Heute konnte ich endlich meinen Arbeitsvertrag im Öffentlichen Dienst unterschreiben. Seit Anfang August habe ich auf den Vertrag gewartet und für das Warten aufs Unterschreiben extra einen Besuch meiner Familie in Sachsen ausfallen lassen.

Heute blicke ich auf das Datum des Anschreibens, am 15.8. war der Vertrag fertig. Also hat es 14 Tage niemand geschafft, mir zu sagen, dass der Vertrag fertig ist, obwohl ich mehrfach(!) nachgefragt habe. Damit der Vertrag aufgesetzt werden konnte, musste ich fünf Formulare ausfüllen, auf die ich jeweils meine kompletten Kontaktdaten schreiben musste. Aus irgendeinem Grund war es trotzdem nicht möglich, Bescheid zu geben. Auf einem dieser Formulare wurde abgefragt, ob ich Militär-/Wehdienst geleistet hätte. Dort stand dann ein Fußnotenverweis, den ich staunend las:

Damit ist doch auch klar, wo im Öffentlichen Dienst die Prioritäten liegen. Da hat sich strukturell seit Jahrzehnten gar nichts geändert…

Kirschkernkissen

Blogged in Allgemein by Gahi Montag August 25, 2008

Heute ist mein Paket mit den Kirschkernen angekommen. Ich hab mich natürlich gleich daran zu schaffen gemacht ;)

Bestellungen werden ab sofort entgegengenommen :-D

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